Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405906
ALEXIUS BIRBAUM. 
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1517 mit Zeugniss von Niklas Gross und Georg Fütterer der Schult- 
heiss Ritter Hanns von Obernitz einen Gerichtsbrief ausfertigt. 
Hausbrief. Es ist S. 820, Conz Cristans Erben besassen S. 819 und 
Georg Schwarz, ein sog. gesalzner Fischer, dessen Tochter Anna, 
damals noch im Clarakloster, später dasselbe verliess, und den 
Friedrich Pistorius, letzten Abt zu St. Aegidien, heiratete, besass 
S. 821. Die Bezeichnung am_ Markt ist nur sehr allgemein zu neh- 
men, jetzt heist die Gegend die Plobenhofstrasse. (S. Topogr. Ta- 
feln n. X.) 
Bartholomäus Zolcher starb noch zu Ncudörfens Zeiten, und 
sein gleichnamiger Sohn verkaufte mit Ueberantwortung seiner Eltern 
ererbten Hausbriefs aus dem Hause die Eigenschaft mit 35 f. um 
700 f. an Thomas Leventer, wozu Ursula, seine eheliche Hausfrau, 
ihre Einwilligung gibt und Hanns Fürleger und Jeronimus Jacob 
am 20. Juni 154.2 ihre Siegel anhängen. Hausbrief. Die Lage wird 
insofern anders bezeichnet, als es anstatt am Markt heisst „an der 
Barfüsser-Brucken", und die Nachbarn hatten sich geändert. S. 821 
besass Conrad Esslinger, und S. 819 Pangraz Altentaler. 
Conrad Glaser, der als dritter hier vorgemerkt ist, war ur- 
sprünglich ein Geistlicher, der schon 1522 beim Ausbruch refor- 
matorischen Fanatismus eines Laien genannt wird, unter dem er 
zu leiden hatte, später aber sich selbst der Reformation zuwandte 
und heiratete. Noch ehe er, wie es scheint, copulirt war, kam er 
von Sinnen, stürzte seine eigene Mutter von einem Gange im Hause 
hinunter, dass sie starb, und versuchte ein Gleiches mit einem 
jungen Kress, der bei ihm in Kost war, der aber mit dem Leben 
davon kam. Nun liess ihn der Rath (Anfang 1529) ins Loch schaffen 
und an Ketten legen, gab ihn aber auf Bitten seiner Verlobten  
es war Katharina, die schon zwei Männer, erst den Lorenz Meder, 
dann den Wolfgang Vol-precht, ehemaligen Prior der Augustiner 
und dann Sudenprediger im Spital gehabt hatte  gegen eine 
Caution von 600 f. und die Versprechung, ihn gehörig verwahren 
zu wollen, wieder frei, was sich aber, weil man ein eigenes Ge- 
mach einrichten musste, bis in den Nov. 1529 hinauszog. Allge- 
mach muss er wieder zu seinen Sinnen gekommen sein und legte 
sich nun auf den Unterricht, mit dem er sich vorher befasst haben 
mag. Der Rath behandelte ihn mit einer der geistlichen Würde 
damals stets gewidmeten Rücksicht; sein noch von früher gehabtes 
Pfründhaus wurde nach seinem Unfall zwar vermiethet, doch sollte 
dem Glaser der Ertrag zu Gute kommen und als er 1546 starb, 
wurde sein Tod in dem Necrolog. Sebald. mit den Worten vorge- 
merkt: Herr Conrad Glaser, Rechenmeister zu St. Katharina. Kiefh. 
Nachr. 1. 158. Seine Frau scheint ihm bald gefolgt zu sein, Kinder 
hatte sie nur von ihren beiden ersten Männern.
        

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