Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405878
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HANN S GRABNER. 
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Dass die Schulen zu St. Sebald, zu St. Lorenzen, zu St. 
Aegidien und zum heiligen Geist zwar ursprünglich und zunächst 
für den Kirchendienst errichtet und bestimmt waren, aber auch 
andere Schüler zuliessen, sowol sogenannte Pauperes als auch zah- 
lende, ist eine bekannte Sache, so wie auch, dass der Privatunter- 
richt, als Erwerbsqtlelle auf der einen und als Bedürfniss auf der 
andern Seite, sich schon frühe in mannigfaltiger Weise entwickelte. 
Solche Privatlehrer hiessen Stuhlschreiber (cathedrales), Schreib- und 
Rechenmeister, auch wohl Modisten. Wol eines der frühesten Vor- 
kommen derselben ist in den Städtechron. II. 311, Anm. 3., wo 
aus 1409 angeführt wird: Jobs Kapfer, Stulschreiber, ist erlaubt, 
hinnen (nämlich in der innern Stadt) zu wohnen, dieweil er Kind 
lernt. Ein solcher Modist war der obengenannte Guldenschreiber. Er 
hiess Bernhard Ilirschfelder, aus Nördlingen, und nannte sich 
bereits einen Modisten. Am Donnerstag nach Lamberti (19. Sept.) 
1482 wurde ihm, Bernhard Hirschfelder von Nördlingen, Modisten, 
durch Ulrich Grundherr und den Kanzleischreiber Heinrich Vischer, 
angezeigt, es sei ihm vergönnt zwen Monat hie zu sein und die 
Leut in seinen angegebenen Künsten zu lernen, doch dass er die 
Leut nicht beschwer oder übernehme. Er muss Anklang gefunden 
haben, denn er blieb auch nach Ablauf der ihm gestatteten Frist 
hier, und am Montag nach Lucie (16. Dcc.) wurde verlassen: 
Meister Bernhard Ilirschfelder, dem Guldenschreiber, ist vergönnt 
hie zu sein bis auf den Weissen Sonntag, auf sein Zusag, dass er 
sich in mittler Zeit von den von Nördlingen ledigen und hie Burger 
werden wolle, ihm auch, ob er dess nicht entbehren wolle, Förde- 
rung (Befürwortung) an die _von Nördlingen zu geben. Seiner Auf- 
nahme ins Bürgerrecht scheint sich nichts entgegengestellt zu haben, 
und so erwähnt auch Christoph Fürer als seines, nachdem er vorher 
in die lateinische Schule im Spital gegangen war, nächsten Lehrers, 
des Guldenschreibers, nach welchem er, Fürer, dem Ruprecht Kol- 
berger, dem Rechenmeister, übergeben wurde. (Geschichtl. Studien 
Nbg. 1836.) Woher er den Namen Guldenschreiber hatte, ob viel- 
leicht, weil er sich einen Gulden als Honorar zahlen liess, oder 
aus einem andern Grunde, ist unbekannt. Seiner wird noch ge- 
dacht, als in der sogen. Schlacht am XVald (1502) Johann Grabner, 
der Schreib und Rechenmeister, geblieben war, dessen Tod Mark- 
graf Friedrich "sehr bedauerte, und der sogar dem alten Gulden- 
schreiber vorgezogen wurde. (Soden Affalterbach 68. nach NVill 
Münzbelust.  369). Von diesen Männern beginnt die Ausbildung 
und systematische Betreibung der Schönschreibekunst, worin Neu- 
dörfer selbst, der sich dankbar als Schüler Caspar Schmid's be- 
zeichnet, das Beste gethan hat. Caspar Schmid, Rechenmeister, ist 
schon mehrmals in diesen Blättern genannt worden, als Schwäher 
Sebald's von Worms, der seine Tochter Christina, und Wilibalds 
Stossen, der seine Tochter Barbara zur Frau hatte, und namentlich
        

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