Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405860
MEISTER SEBALD. 
HANNS GRABNER. 
181 
MEISTER 
SEBALD, RÄDLEINMACHER 
 SONNENBAD. 
BEIM 
Dieser ist nicht allein ein Heissiger Rädleinmacher, sondern 
auch mit dem Hobel also geschickt gewest, dass dieser Zeit 
keiner gewest ist, der mit den Druckipressen und Abrichten der 
IDCSSlUgCUCTl Platten so Heissig gewesen wäre. Er hobelte die 
langen messingenen Lineal und richtet sie eben also ab als 
wären sie Holz. Er hobelte die rnessingencn Tiegel, so ober- 
halb der Press an der Spindel hangen, also just ab, dass er 
zwen auf einander leget, da jeder bei einen halben Centner 
wog, und hub einen mit dem andern durch die gefasste Luft 
auf. Starb letzlich vor Armuth in dem Spital. 
Hanns Frankh in der Fröschau ward nach ihm für einen 
der besten Brettmacher 
gehört, gehalten. 
im 
Forrnschneiden, 
auch 
was zur Press 
HANNS 
GRABNER, 
DEUTSCHER 
SCHULMEISTER. 
Vor Zeiten hat man einen den Guldenschreiber genannt, 
soll eine gute freie Hand und bei seinen Schülern sehr grossen 
Fleiss gehabt und fürgewendct haben. Aber dieser Grabner, 
wie man heutiges Tages an seinen Proben siehet, ist in zier- 
lichem Schreiben fast kunstreich gewest, ist mit andern viel 
berühmten künstlichen I-landwerksleuten in der Nürnberger 
Schlacht umkommen, da auch Markgraf Friedrich der alte (dem 
er viel geschrieben) gesagt hat: mich dauert dieser Mann. 
Nach ihm nahm Caspar Schmid seine "Wittib und be- 
Heissiget sich in seines Vorfahren Künsten also, dass er nun 
lange Zeit her für einen guten Rechenmeister und Schreiber 
(bei dem ich auch anfangs rechnen und schreiben gelernt habe) 
gehalten wird. 
Und wiewohl je und allwege diese Stadt mit guten Schrei- 
bern ist begabt gewest, so mag man doch keinen darthun, der 
den erbarn und achtbaren, meinen lieben Herrn und getreuen 
Lehrer, Paulus Vischer, Kanzleischreiber, in deutschen Schriften, 
auch mit der Ebene und Fertigkeit, wär gleich gewest, aber in 
mancherlei Art Schriften, und sonderlich lateinischer Sprach 
war er unverbesserlich.
        

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