Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405817
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ANTHONI KOBURGER, BUCHDRUCKER. 
burger zubrachte, nicht geschmälert wurde. Bei Koburgeris Tod, 
der ihn, wenn auch in schon vorgerückten Jahren aber doch in 
rüstigem Alter ereilt zu haben scheint, waren zehn Kinder dieser 
zweiten Ehe am Leben, Barbara, Anthoni, I-Ianns, Caspar, Melchior, 
Balthasar, Sixt, Sebald, Margareth, Hieronymus. Barbara, welche 
1519 Bernhard Paumgärtner, also auch einen aus dem "Geschlecht" 
heiratete, mag wohl das älteste dieser Kinder gewesen sein, Hiero- 
nymus jedenfalls das jüngste, vermuthlich erst einige Monate alt. 
Die Vormundschaft wurde noch letztwillig dem Hieronymus Holz- 
schuher, Geschwisterkind Margarethas, Thoma Reichen, Hannsen 
Koburger, der nun der ältere genannt wird, Peter Stahel, und der 
Wittwe Margaretha übertragen. Wenn unter dem Namen Anthoni 
Koburgefs des jüngern einzelne Bücher erschienen, so mag das nur 
ein vorübergehender Anlauf desselben gewesen sein, eine Thätigkeit 
für das Geschäft zu zeigen, da er, was man von ihm weiss, für 
erwerbenden Fleiss keinen Sinn besass. Er trat auch an1 25. Oct. 
1521 thatsächlich aus dem Geschäft aus, indem er von den Vor- 
mündern wegen des Hauses auf St. Aegidienhof, darin sein Vater 
gewohnt hatte und seine Mutter noch wohne, und wegen der 
Sckwabenmühle, 500 f., und die vormals Gabriel Holzschuherische 
Behausung, auch auf St. Aegidienhof gelegen, angeschlagen zu 700 f. 
und dazu 4000 f. erhielt, die er für die nächsten vier Jahre in 
seiner Brüder Handel liegen bleiben lassen wolle, gegen jährliche 
200 f., worauf er sich aller weitern Ansprüche begab. Er heiratete 
dann am 12. Jan. 1523 des Jacob Saucrzapf Tochter Clara, be- 
kannte aber schon am 27. April 1524, dass er sich des Eigenthurns 
an den 3300 f., die er bei seinen Brüdern noch im Handel habe, 
begebe und nur die Abnutzung noch beziehen wolle, auch das 
Heiratsgut, das seiner Frau zustehe, im Betrag von 1000 f., darauf 
anweise. Zugleich wurde ihm Hanns Lochinger, damals Hattswirth 
auf dem Rathhaus, und neben diesem Stetfan Bayer, damals Canzlei- 
schreiber, am 7. Dee. 1524 als Curator gesetzt. ln diesem Raths- 
verlass heisst er der „verthune" (Verschwentlerische) Anthoni Ko- 
burger. Der Rath suchte ihn zu halten und zu heben und übertrug 
ihm 1528 die Stelle eines vVagarntmanns an einer Mehlwage, aber 
es war ihm nicht mehr zu helfen, und er wurde "am 8. April 1531 
nebst zwei andern, Ehebruchs wegen, des Genanntenamtes entsetzt 
und starb 1532. Er hinterliess vier Söhne, über welche nichts vor- 
liegt. Sein Bruder Hanns hatte am 9. Juli 1521 des Mathes Sauer- 
mann Tochter Barbara, seine Schwester Margareth am 6. Aug. 1526 
Georg Geuder, Melchior Koburger im Mai 1529 Susanna Leonhard 
Gundelfingefs Tochter, Balthasar, Anna Kötzlerin 10. Aug. 1535 
geheiratet. Durch des letztern kinderlosen Tod kam das Kobur- 
gerische Haus S. 529 unter der Veste an ihren zweiten Mann Franz 
Teschler aus Ravensburg. Nach Sebalds und Hieronymus der Ko- 
burger Tod übernahm 1544 ihr Bruder Hanns das Haus S. 758,
        

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