Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405806
ANTHONI KOBURGER, 
BUCHDRUCKER. 
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zu suchen sein, da die Interessen der Brüder doch auseinander 
gegangen sein mögen, und llanns Koburger, als seine Vettern mün- 
dig geworden waren, die Piülirung des Geschäftes ihnen überliess, 
sich selbst aber in den Hintergrund zurückzog und nur eine pas 
sivc Theilnahme bewahrte. 
Der alte Anthoni Koburger" war zweimal verheiratet, zuerst 
mit Ursula lngramin, aus einer zwar nicht rathsfähigen aber durch- 
aus ehrbaren Familie, hernach 1493 mit Margaretha, Gabriel Holz- 
schuhers Tochter, zu welcher Hochzeit ihm die Stadtpfeifer erlaubt 
wurden. Aus beiden Ehen waren Kinder entsprossen, aus der ersten 
sind nur drei Töchter bekannt, die zu ihren Tagen kamen und 
mit dem "Geschlecht" sich verheirateten. Ursula, wahrscheinlich die 
älteste, welche Wolfgang lrlaller, Jobst Haller's Sohn bekam, der 
anfangs in seines Schwähers Geschäft thätig war, aber mit Frau 
und Schwäher zerfiel und zuletzt, wie es scheint, in Wien und 
ziemlich verschuldet starb. Katharina war mit Eustachitis Rieter 
verheiratet, Bruder der Crescentia Pirkheimerin, und Stammmutter 
der 1753 erloschenen Linie dieses zuletzt aus dem Nürnberger 
Bürgerverband ausgeschiedenen und in den fränkischen Landadel 
eingereihten hochgeachteten Geschlechts; die dritte, Magdalena, 
heirathete Thomas Reich, ebenfalls eines rathsfähigen, aber schon 
im 16. Jahrhdt. hier erloschenen Geschlechts. l)ie Verheiratung 
dieser drei Töchter gibt schon ein Zeugniss für die Vermöglich- 
keit des Vaters, da ltörperliche Reize, wenn sie auch nicht geman- 
gelt haben mögen, allein nicht im Stande gewesen sein würden, 
ausser dem llerzen auch die Hand eines jungen Mannes vom „Ge- 
schlecht" zu fesseln. Auch weiss man besonders aus den Urkunden, 
die über den Hader Wolf llaller's mit Anthoni Koburger vorliegen, 
dass Koburger schon damals seinen Töchtern eine sehr ausreichende 
Ausstattung zu geben im Stande war. Thoma Reich erklärte 1515, 
dass er schon bei Lebzeiten Koburgers 3400 f. bekommen habe, 
und quittirte jetzt noch über 200 f. anfräuliches Erbe. (Lit. 30, 
fol. 28 b.) Er begab sich aller weiteren Ansprüche. Für die da- 
maligen Geldverhältnisse war diese Summe sehr bedeutend. 
Allerdings hatte Ursula Ingramin ihrem Manne 600 f. zu- 
gebracht, aus denenentin der dritte Theil dem Eidam zuliel, aber 
das übrige war doch Koburgefs eigene Errungenschaft gewesen. 
Der Vater der Margaretha Holzschuherin, Gabriel I-Iolzschuher, hatte 
viele Kinder hinterlassen, von denen Biedermann im Geschlechts- 
register 15 namhaft macht, das sechzehnte Kind, die mit Koburger 
verheirathete Marganetha, ist vergessen; Gatterer in seiner Historia 
Holzsch. p. 237 macht den Fehler wieder gut. Freilich konnte da 
das Erbtheil nicht sehr reichlich ausfallen, wie sich aus den Ehen, 
welche einzelne Töchter einzugehen genöthigt sahen, entnehmen 
lässt, aber die Heirat versetzte sie dafür in einen behaglichen Wohl- 
stand, der auch durch den reichen Kindersegen, den sie dem Ko-
        

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