Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405780
ANTHONI KOBURGER, 
BUCHDRUC KER. 
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hab mein Lebenlang von keinem gehört, der seiner Kunst 
milder gewest denn er, also dass er gleich von etlichen ver- 
ständigen Goldschmiden darum angesprochen wurde, solche 
Heimlichkeiten nicht also Jedermann zu eröffnen. Er selbst hat 
Nahrung nicht hoch zu Nutz ge- 
mit einem andern Bedenken wol 
Nutz gemacht. 
ihm ausser täglicher blosser 
macht, aber etliche habens 
genossen und ihnen W01 zu 
Starb 
Segen 
1540. 
(Campß) 
ÄNTHONI 
KOBURGER, 
BUCHDRUCKER. 
Wie es dieser Zeit mit den Ehehalten und Gesellen stehet, 
das mag man aus den nachfolgenden Anzeigungen merken und 
abnehmen. Dieser Koberger hat täglich mit 24 Pressen ge- 
arbeitet, dazu hielt er einhundert und etlich Gesellen, die waren 
eines Theils Setzer, Correctoren, Drucker, Possilierer, Illumi- 
nisten, Componisten, Buchbinder. Diese alle verkostet er an 
andern Orten. Sie hatten eine gewisse Stund von und zu der 
Arbeit zu gehen, liess keinen ohne den andern ins Haus, musste 
einer des andern vor der Hausthür warten. Er hatte einen ge- 
waltigen Handel und weitläulTtig mit Büchern, und ein sonder- 
liche Druckerei in Frankreich, da er dann viel schöner grosser 
Werk in beiden Rechten drucken liess; überkam eine stattliche 
Burgersnahrung, und viel Kinder, die wurden ehelich unter die 
erbaren Geschlecht gausgeheiratet, und das bei mir das aller- 
künstlichste ist, dass er hatte in allen Ländern Factoren und 
dazu in den namhaftesten Städten der Christenheit 16 offene 
Kräm und Gewölber da ein jedes, wie leichtlich zu gedenken, 
mit mancherlei grossem Gepräng und Meng Bücher staffirt ge- 
wesen ist. Dieses seines grossen Hauses Verwaltung hielt er 
in einem einigen Buch, das War dermassen mit seinen Debi- 
toren und Crcclitoren getheilet und geordnet, dass er jederzeit, 
und sonderlich im Einkaufen der Messe wusste, was ihm an 
allen Orten abgieng oder welche Bücher er zuviel hätte und 
an gelegene Ort senden möcht, welche Buchhalterei oder buch- 
halterische Ordnung noch viel grossen Buchführern nicht offen 
ist. Ward Genannter 1483, starb 1513. 
I3"
        

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