Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405763
SIGMUND SCHNITZER, 
PFEIFENMACHER UND STADTPFEIFER. 
SIGMUND 
SCHNITZER, PFEIFENMACI-IER 
STADTPFEIFER. 
UND 
Als meine Herren, ein erbarer Rath, ein ansehnliche An- 
zahl Pfeifer und Posauner für und für pflegen zu halten, ist 
dieser Schnitzer nicht allein auf Hötischen Pfeifen, sondern auch 
auf der Zwerchpfeifen und Posaunen künstlich, aber über das 
alles ist im Pfeifenmachen dieser Zeit meines Wissens Niemand 
über ihm, sonderlich aber in grossen übermässigen Pfeifen, rein 
zu drehen, dieselben zu stimmen, und sonderlich mit Instru- 
menten ihrer Höhe halb zu blasen, sehr "künstlich , wie dann 
zu Rom und allenthalben in Italien, auch Frankreich, und hie 
auf dem Rathhaus, seine Arbeit genugsame Beweisung geben. 
Er starb 1578 den 5. Dec. (Campe)  Nikolaus Schnitzer 
Maler, hatte zur Frau Kungund, Stetlan Bitrolfs Tochter. Ihr Sohn 
war der obengenannte Sigmund Schnitzer. Als Anna (oder Agnes) 
Bitroltin in der Seuche 1520 starb, vermachte sie der Sigmund 
Schnitzerin in ihrem Testament vom 5. Sept. einen Ring. (Cons. 29, 
fol. 156.) Sie, Anna, war die Tochter Hanns Bitrolfs und seiner 
Frau Elsbet, die als Witwe den Burkhard Zeiderlein nahm und so 
den Namen des Bitrolts auf das von Zeiderlein zuerst gepachtete, 
nachher gekaufte Haus der Derrer (S. 118) übertrug und dadurch dem 
Hause den späterhin unverstandenen Namen Bitterholz verschaffte, 
aus dem erst in diesem Jahrhundert, als es durch den Ankauf des 
Nachbarhauses S. 119 vergrössert wurde, der Gasthof zum Baie- 
rischen Hof entstand. Mit Hanns Bitrolt, einem Kürschner, erlosch 
1520 oder bald hernach der Namen und das Geschlecht der Bit- 
rolte, einer ltlandwerlterfamilie. Auch von den Schnitzern verlautet 
nichts Weiter. 
Eigentlich und seines Gewerbs war er Stadtpfeifer. Am Mon- 
tag 22. Sept. 1518 erklärte Sigmund Schnitzer, Stadtpfeifer, dass 
ihm ein erber Rath, seine lieben Herren, zu sonderer Lieb und 
Freundschaft baar geliehen und überantwortet haben 36 Pfd. Novi, 
die soll und woll er ihnen wiederum nachfolgender Weise bezahlen, 
nemlich alle Quatember vier Pfund Novi an seinem jährlichen Solde 
abzuschlagen, bis die berührte Summa bezahlt wird, und zu Sicher- 
heit setzt er einem erbern Rath zu Unterpfand ein alle seine Hab 
und Güter, liegend und fahrend, nichts ausgenommen, darauf ein 
erber Rath dieser Summa habend und gewartend sein soll. Zeugen 
waren Leonhard Grundherr und Clement Volkamer. (Cons 24, 
fol. 59.) Schon am 2. Aug. 1510 wird Sigmund Schnitzer und seine 
Hausfrau Anna, nebst Kungund Bitroltin, ihrer Schwieger- und Ahn- 
frau, genannt. (Cons. 19, fol. 51.) 
Quellcnschriften f. Kunstgesch. X. 13
        

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