Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405750
Kloster ledig und los. (Cons. 34, fol. 94. b.) Blasius Stöckel, den die 
entsprungene Klosterfrau Anna Neuschlin frischweg genommen hatte, 
ist ein in der Nürnberger Reformationsgeschichte wol bekannter 
Namen. Dem Karthäuser-Orden angehörig wurde er zum Prior 
gewählt, aber da er die neuen lutherischen Ansichten in seinem 
Convent zu verbreiten suchte, dieser Stelle wieder entsetzt, verblieb 
aber im Orden als Prediger. In dieser Eigenscheft steht er im Ver- 
zeichniss der Conventualen, die am 9. Nov. 1525 ihr Kloster dem 
Rath übergaben. Seine weiteren Geschicke gehören der Kirchen- 
geschichte Nürnbergs an. Er starb als Geistlicher an St. Jakobs 
Kirche. Hanns Neuschel starb 1533, in einer damals zu Nürnberg 
aufgetretenen heftigen Seuche, und seine Frau Gertraud folgte ihm 
in demselben Jahre. In ihrem letzten Willen bestimmte sie ihrer 
Tochter Barbara, die mit dem Schlosser Hanns Greiner verheiratet 
war, 100 f. zum Voraus, die _zwei andern Töchter und die drei 
Enkel sollten mit ihr gleichen Theils erben. Diese Töchter werden im 
Testament nicht benannt, offenbar war die Frau des nach Lyon 
gezogenen Hanns gestorben. Denn Anna Stöcklin überlebte auch 
ihren Mann und die Frau des Jakob Vischer, der in Wien war, 
man weiss nicht 0b vorübergehend oder für immer, Agatha geheissen, 
übernahm 1534 als ihr zugefallenes väterliches und mütterliches 
Erbe das Haus in der Neuen Gasse und verkaufte es sogleich an 
den Schneider Jobst von Spalt um 70 f., nebst einem Eigengeld 
von 1 f., dem Stefan Gollner gehörig. Söhne werden nicht erwähnt, 
waren also nicht vorhanden. Was aus den andern Kindern des 
ältern Hanns Neuschel geworden ist, findet sich nicht aufgezeichnet, 
ausser dass Apollonia, Hanns Neuschels seligen Wittib, nebst ihren 
zwei Kindern, Dorothea und Bärblein, mit Hannsen Vizthum, der 
ihren Mann erschlagen hat, durch Niklas Groland von Raths wegen 
mit 40 f. gütlich vertragen wird. Am 4. Mai 1528. Sie nahm dann 
den Georg Bezold, als dessen Ehefrau sie schon am 13. April 1529 
erscheint. Wer aber dieser Hanns Neuschel gewesen, geht aus der 
ganzen Handlung -nicht hervor. Da der ältere Hanns Neuschel zwei 
Söhne, beide Hanns geheissen, hatte, mag es der andere dieses 
Namens gewesen sein. Jedenfalls aber ist der Namen Neuschel, wie 
aus diesen urkundlichen Zeugnissen hervorgehtfder unbestreitbar 
richtige. Wahrscheinlich gehörte auch Friedrich Neuschel, Prior der 
Frauenbrüder, zu ihnen, der 1511, 1512, 1513 vorkommt. Vorher 
(1496) war er Vicarier im Neuen Spital. (Lit. 13, f. 151.) 
Ueber die Arbeitsthätigkeit der beiden Neuschel hat Baader 
(Beitr. 2, 56) mehrere Belege beigebracht, desgleichen in den Jahrb. 
f. Kstw. 1868, p. 255, wo er auch eines Georg Neuschel aus 
a. 1550 gedenkt.
        

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