Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405722
HANNS NEUSCHEL 
POSAUNENNIACHER UND STADTTR OMMETER. 
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ist. Zeugen der am Samstag 30. Merz 1504. gegebenen Verschrei- 
bung waren Ludwig Schnöd und Sigmund Pessler. Lit. 20, fol. 96. 
Nun hört man mehrere Jahre nichts mehr von Hanns Neu- 
schel, bis im J. 1511 von seinen Geschäftsvorniüntlern, Heinrich 
Bauer und Peter Man, Legatc, die er in seinem Geschäft gemacht hat, 
einzelnen Personen ausgezahlt werden, und eine erbliche Anforderung 
an die Hinterlassenschaft der Agnes Neuschlin dadurch erledigt 
wird, dass das gerichtliche Erkenntniss den Anfordernden den vier- 
ten Thcil des Nachlasses zuspricht. Agnes wird also wol die dritte 
Frau des l-Ianns Neuschel gewesen und kinderlos, ohne Testament 
gestorben sein. (Cons. 17, fol. 242, 24.4, 24.5.) Von den oben- 
genannten Kindern erster Ehe wird ferner nur ein Sohn Hanns 
erwähnt, ob der erste oder der andere dieses Namens muss man 
unentschieden lassen, eine Schwester desselben, Petronella mit Na- 
men, ist wol der Elsbeth, der zweiten Frau zuzuweisen. Dieser 
Hanns ist es nun, von welchem Neudörfer mit so viel Lobe redet. 
Er trat in die Stelle seines Vaters, wie aus folgender Verschreibung 
ersichtlich ist. Hanns Neuschel und Gertraud seine Hausfrau be- 
kennen, dfass ihnen die Herren Losunger von gemeiner Stadt Comun 
Geld 80  rh. zu anliegender ihrer Notdurft geliehen haben, die 
sie nachfolgender Gestalt zu bezahlen versprechen, nemlich, dass 
der Rath alle Quatember an seinem Soldgeld 18 Pfd. innen be- 
halten soll, bis zu vollkommener Bezahlung, dazu setzen sie als 
Unterpfand ein ihre Erbschaft an der Behausung bei den Zwölf- 
brüdern gelegen mit Wissen und Willen Hrn. Sixten Oelhafen, doch 
ihm an der Gerechtigkeit seiner Eigenschaft ohne Schaden. Zeugen 
sind Franz Schürstah und Bartholomeus Flick; geschehen am Mon- 
tag 31.März 1516. (Cons. 21, fol. 42.) Er wird hier zwar nicht 
Trommetenmacher genannt, aber als Bediensteter des Rathes er- 
scheint er durch seinen Sold, und schon im vorhergegangenen Jahre 
wird seines Handwerks gedacht, indem am 16. Mai 1515 auf seine, 
des Trommetenmachers, Klage dem Barbierer Jorgen Ochsenkun 
geboten wird, des Zeichens der kaiserLKron, das er, gemeltem Neuschel 
zuwider auf seine Posaunen zu schlagen sich unterstanden, sofort 
abzustehen, weil gedachter Neuschel und sein Vater die zu schlagen 
vor viel Jahren hergebracht und gebraucht haben, oder wenn er 
das verachte, werde ein Rath mit Strafe gegen ihn gedenken und 
ihn pfänden lassen. Dazu liess man sie beide einen Frieden gegen 
einander geloben. Auch hatte am 11. Aug. desselben Jahres der Rath 
eingewilligt, dass die Priorin zu Engelthal Hannsen Neuschel's des 
Trommetenmachers Tochter zu einer Klosterfrau aufnehme. In eines 
der nächstfolgenden Jahre muss die Neudörfern zufolge geschehene 
Reise nach Rom, um sich vor Papst Leo X. hören zu lassen, zu setzen 
sein; das Schweigen des Rathsbuches kann freilich nicht als Gegen- 
beweis gelten. Am Samstag 14. Juli 1520 bekannten Hanns Neu- 
schel und Gertraud, seine ehliche Hausfrau, dass sie dem Rath
        

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