Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405708
HANNS NEUS CHEI. 
R UNI) STADTTROIUMETER. 
POSAUNENMACHE 
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thekenbücher eingeführt wurden und das Publieum die Ueberzeu- 
gung bekam, in diesen Büchern sei Alles, was über den Besitz des 
Einzelnen zu wissen nöthig sei, ohne die weitläuftigen und unver- 
ständlichen Formularien der alten Pergamente, eingetragen, da 
wanderten massenhaft die sauber geschriebenen Documente zum Buch- 
binder, Metallschlager und zum Antiquar, wer von diesen am meisten, 
dafür bot und zahlte. Eine hiesige Antiquariatshaildlung gab im 
Jahre 1858 ein Paar Kataloge, meistens Urkundenverzeichnisse ent- 
haltend, heraus, die von fremden und ausivärtigen Liebhabern ge- 
kauft worden und für Nürnberg, aus dem sie hervorgingen, verloren 
gegangen sind. Und namentlich kamen diese Documente aus gerin-- 
geren Häusern, deren Inhabern der erforderliche Bildungsgrad, sie 
zu würdigen, abging, und die froh waren, für das werthlose Ding 
doch wenigstens eine Kleinigkeit zu bekommen. Doch es mag genug 
sein, diesem Klaglied hier Raum gegeben zu haben, und es ist Zeit, 
zu Hanns Neuschel, dem Vater, zurückzukehren. 
Balthasar Pfurner, Procurator, erwies vor Gericht von wegen 
Hannsen Neuschels, Tromrnetenmachers, und Elsbeten, seiner andern 
ehlichen Wirthin, dass Gabriel Muffel und Ulrich Haller eidlich be- 
zeugt haben, dass Hanns, Berchtold und Aberhanns die Neuschel, 
des vorgenannten Neuschel Söhne von Anna seiner ersten ehlichen 
WVirthin, am Eritag 12. Juni 14.87 bekannt haben, dass sie sich 
für sich selbst, auch für Lienhard und Margareth, ihre unmündigen 
Geschwister, mit dem genannten, ihrem rechten Vater, und ihrer 
Stiefmutter, dahin vereinigt und vertragen haben, dass, wenn ihr 
Vater vor der Stiefmutter mit Tod abgehe, dieser dann ihre Kleider, 
Kleinote, Gewand und Gebäude, was zu ihrem Leib gehöre, frei 
folgen solle, und dass sie, die Stiefmutter, mit ihnen, den vor- 
genannten fünf Stiefkindern, auch den Kindern, die Hanns Neuschel 
bei ihr überkommen werde, alle seine hinterlassene Habe gleich 
mit einander erben sollen, als manig Mund als manig Pfund. Hanns 
Neuschel erweist auch, dass Ulrich Mayer, Färber, und Hanns 
Glanster, Zimmermann, obrigkeitlich gesetzte Vormünder der unmün- 
digen Kinder, am Samstag 30. Juni in diesen Vertrag gewilligt 
haben. Der hierüber am Montag 2. Juli ausgestellte Gerichtsbrief 
ward bezeugt von Endres Geuder und Erkenbrecht Coler.  
Auch verkaufte Hanns Neuschel und Elsbeth seine eheliche 
YVirthin, einen Garten am Judenbühl gelegen, um 86 f. an Heinz 
Ranauer, nebst einem Eigenzins von 4 f. rh. und einer Fastnacht- 
henne, was den jungen Harsdörrfern zusteht. Der Gerichtsbrief, be- 
zeugt von Hektor Pömer und Erkenbrecht Coler, wurde am Frei- 
tag 24.. Oct. 1488 ausgefertigt. 
Neuschel wohnte in der Nähe des Sondergeubaties, wie aus 
folgendem Brief erhellt. Hanns Neuschel, der Trommetenmacher, 
erweist für sich und seine ehliche Wirthin, dass Hanns Frank, der 
Schreiner, und Brigitta, seine ehliche Hausfrau, am Samstag 6. Juni
        

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