Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405697
HANNS NEUSCHEL, POSAUNENAIACHEIQ 
UND 
STADTTROMMETER. 
tigung in die Erklärung oder Anmerkung verlegt wurde, hier von 
diesem Vorgang abzugeben und die wahre Form des Namens schon 
in der Ueberschrift zu gebrauchen. Dass eine Familie Meuschel 
existirt hat, dass der Namen, sei er alt oder neu eingebürgert, 
noch existirt, mag immerhin sein, aber die beiden Trompetenmacluer 
hiessen nicht anders als Neuschel. Dass Doppelmayr ihn unter dem 
falschen Namen aufführt, geschah offenbar auf des Cocleus schon 
öfter angeführte Autorität hin, beziehungsweise auf die Vorrede 
von 1512 zur Ausgabe des Pomponius Mela, Welcher Autorität, 
obwohl Cocleus im Ganzen ein wohlunterrichteter Mann war, doch 
ausser dieser falschen Namensform auch der bis auf den heutigen 
Tag nicht ausser Curs gesetzte Peter Hele zugeschrieben werden 
muss, den die Späteren in gläubiger Befangenheit prüfungslos nach- 
geschrieben haben. Wenn oben das Jahr 14.86 als äusserste Grenze 
der Aufzeichnungen angegeben ist, so geschieht es desswegen, weil 
die hier benutzten Gerichtsbücher, Literarum und Conservatorium 
genannt, aus früheren Jahren durch fahrlässige Verwahrlosung nicht 
mehr vorhanden sind, die Rathsbücher aber, welche erst mit 144i 
beginnen, über Persönlichkeiten wie die hier berührten, nur aus- 
nahmsweise und zufällig etwas berichten und erst gegen das Ende 
des 15. Jahrhdts. auch auf solche Mittheiluiagen eingehen. Die Zer- 
störung, welche Gleichgiltigkeit und Unwissenheit in den archi- 
valischen Schätzen Nürnbergs angerichtet hat, ist ungeheuer, und 
unter archivalisch ist hier nicht blos das zu verstehen, was den 
Behörden zur Bewahrung anvertraut war und ist, was natürlich von 
dieser Zerstörung nicht betroffen werden kann, sondern das, was 
sich in den Häusern, der Obhut der Einzelnen übergeben, und von 
ihrem eigenen Interesse gehütet, findet. Fast jedes Haus besass ehe- 
dem seine mehr oder minder zahlreichen Hausbriefe, welche über 
die früheren Besitzer, die Erwerbsweise, ob durch Kauf oder Erb- 
schaft, über Gereehtigkeiten des Hauses etc. Auskunft gaben und 
ein Archiv im Kleinen bildeten, das von jedem Besitzer dem Nach- 
folger übergeben und sorgfältig gehütet wurde. Bei einzelnen Häu- 
sern hat sich in einer oft bewundernswürdigen Weise die ganze Folge 
dieser Hausbriefe erhalten, bei andern oft nur lückenhaft, bei vielen 
gar nicht, und namentlich sind es die kleineren, welche diesen 
Mangel am häufigsten zeigen. Oft wird in einer solchen Urkunde 
gesagt, es seien vom Verkäufer dem Käufer die das Haus betreffen- 
den Urkunden übergeben worden, zuweilen wird auch die Zahl der- 
selben genannt, aber wenn man nachforscht, wo sie sind, so ist 
nichts zu finden. Diese aus den verschiedensten Ursachen hervor- 
gegangene Verwahrlosung und Zersplitterung der besagten archi- 
valischen Schätze hat freilich erweislich schon in der reichsstädti- 
sehen Zeit geuraltet, und der WVahn, diese alten Documente seien 
werthlos und sie zu hüten sei eine Thorheit, hat schon vor 1806 
zur Verschleutlerung derselben mitgeholfen, aber seitdem die Hypo-
        

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