Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405520
VEIT HIRSCHVOGEI. DER ALT, GLASMALER. 
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Rechnung einem Jeden pro rata parte achthalben Gulden zugestellt 
haben, dass sie demnach für sich und ihre abwesende Geschwister, 
die beiden Vormünder solches ihnen sämtlich und einem Jeden in- 
sonderheit zugestellten väterlichen und mütterlichen Erbtheils, des- 
gleichen auch der getragenen Vormundschafts Verwaltung, quittirt 
und ledig gezählt haben wollen, mit dem Versprechen, wenn die 
beide Vormünder derhalb angesprochen würden, dass sie, beide 
Brüder, der Endres und Hanns, die Vormünder durchaus schadlos 
halten wollen, welches Versprechen und Quittanz die Vorrnünder 
also angenommen haben, mit Zeugniss von Thomas Pregel und 
Jobst Lochner. Geschehen Dinstag 7. Jan. 1578. (Cons. 131, 
fol. 62.) 
VEIT 
HIRSCHVO GEL 
DER 
ALT! 
GLASMÄLER. 
Dieser 
alt 
Meister 
Veit 
Stadtmeister 
und 
seines 
Glas- 
malens sehr fleissig und berühmt gewest, wie dann die vier 
grossen Kirchenfenster hinter St. Sebalds Chor, mit dem Kaiser- 
lichen, Bischöflichen Wappen, wie auch Markgräi-ischem und 
Pfinzingischem, genugsam anzeigen, die er anno 1515 gemacht 
hat. Er verliess seines Handels und Handwerks 3 Söhn, nem- 
lich Veit, Hanns und Augustin. Wiewol der Hanns seines besten 
Alters starb, so sind doch aus den andern zweien feine Künstler 
geworden. 
Er, der alte Veit, war geboren ao. 1461, war 30 Jahr 
Stadtmeister, starb 1525 am heiligen Christabend. 
Gegen die erst noch in neuerer Zeit wieder aufgetischte 
grundlose Meinung, die Glaser oder Glasmaler Hirssvogel seien aus 
den reichen und rathsfähigen oder patricischen Hirssvogeln, als 
diese in Folge ihres übermüthigen Luxus verarmten, hervorgegangen, 
wird man wol enthoben sein, in eine Polemik sich einzulassen. 
Er wird zuerst urkundlich genannt, als am Montag 11. Juni 1485, 
Barbara, Heinzen Hirssvogels Wittib und jetzo Michel XValthers 
ehliche Wirthin, beweist, dass, mit Zeugniss Sebald Schlüsselfclders 
und Michel Pattmgartners, Veit Hirssvogel, ihr leiblicher und ehe- 
licher Sohn, mit Wissen und in Beiwesen Barbara, seiner ehelichen 
Wirthin, und Hannsen Schatzers, seines Schwähers, bekannt hat, 
dass, nachdem seine Mutter ihm als Heiratsgtlt und Zusehatz, auch 
für väterlich und mütterlieh Erbtheil, 90 f. versprochen, sie ihm 
diese 90 f. ausgerichtet und bezahlt hat, worüber er quittirt und 
einen Gerichtsbrief ausfertigen lässt, dessen Zeugen Niklas Gross 
und Hanns Tucher sind. Michel Walther war ebenfalls ein Glaser, 
Hanns Schatzer war ein Nestler. An demselben Tag bezeugte auch
        

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