Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405378
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ALBRECHT 
DÜRER, MALER. 
ALBRECHT 
DÜRER, 
MALER. 
Mein Fürnehmen ist nicht, dieses Albrecht Dürers Vater, 
der auch Albrecht geheissen war, geboren 1427, gestorben 1502, 
und ein Goldschmid gewesen zu Jula, nahe bei der Stadt Wara- 
dein in Ungarn, in einem Dörflein, Namens Eytas, wo er mit 
Haus gesessen, auch seiner tugendsamen Mutter Barbara Hal- 
lerin, verheiratet 1467, Leben und Wesen, welcher sie doch 
vor Männiglich berühmt gewesen, zu beschreiben, sondern allein, 
was ihr Sohn Albrecht, der sie in ihren alten Tagen ernähret 
hat, für ein kunstreicher Mann gewesen ist, inmassen nun 
Albrecht Dürer der jüngere bei 13 Jahren alt gewesen ist, hat 
ihn ermelter sein Vater in Deutschland geschicket, in Meinung, 
ihn zu Nürnberg bei Martin Schön, dem Maler, in die Lernung 
zu thun, aber da er gen Nürnberg kommen, ist gedachter Martin 
Schön kurz davor Todes verblichen, derhalben er ihn zu Michel 
WVolgeniut, Malern, der damals unter der Vcsten gesessen, ge- 
than, anno 1486 an St. Endrestag, und drei Jahr bei ihm ge- 
lernet, nachmals da er gewandert, und Deutschland durchzogen 
und besehen, ist er gen Colmar zu Caspar und Paulus, Gold- 
schmiden, Ludwigen, den Maler, und zu Basel zu Georgen, 
Goldschmiden, allen vieren, des obbemelten Martin Schön Brü- 
dern kommen, von denen allen er ehrlich empfangen und freund- 
lich gehalten worden; als er aber seiner Kunst weit nachgewan- 
dert, hat er nichts desto weniger mit Conterfetten der Leute, 
Landschaften und Städte seine Zeit zubracht. Eine schöne Tafel 
machet er zu Venedig. Zu Antorff luden ihn etlich hundert 
Maler zu Gast und erzeigtcn ihm Ehr, als wär er ihr Vater. 
Kaiser Maximilian gab ihm jährlich hundert Gulden, dem riss 
er die Ehrenpforten, und sonsten mancherlei schöne Figuren 
und Gemäld, dazu dieser Theuerdank ein grosse Lust hatte. 
Der König aus Engelland begabet ihn hoch, und andere Chur- 
und Fürsten, die er conterfettet hat, verehrten ihn trefflich. 
Bei einem erbern Rath war er angenehm, war Genannter des 
grössern Raths a. 1509, und mit dem Gespräch so weise und 
lieblich, als sei er ein Rathsfreund mit ihnen gewest. Er malet 
die Tafel zu Allerheiligen, und verehret meinen Herren, den 
Rath, mit vier Bildern in Mannesgrösse, in der obern Regi-
        

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