Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405365
JACOB. 
WALCH GENANNT, 
MALER. 
131 
Behaims Vater, der ein Baumeister gewesen ist, Conterfcy, an 
welchen einigen Bild man sehen mag, was dieser Walch für 
eine Hand und Verstand gehabt hat. Hanns von Culmbach, 
der die lange Tafel 21.1513 Herrn Doctor Sixt Tucher, Propsts, 
Gedächtnuss neben der Sacristei zu St. Sebald gemalt hat, ist 
sein Lehrjung gewesen. 
Da auch Dürer in seinem zweiten Brief aus Venedig (Thausing 
in den Quellenschrift. III. p. 6. Z. 19) dieses Meister Jacob gedenkt, so 
glaubte sich Carnpe in den Reliquien (a. 1828) p. 12 und 32 befugt, das 
Dunkel, das über dieser Persönlichkeit schwebte, dadurch auf- 
zuhellen, dass er ihn für Jacob Elsner erklärt, von dem er selbst 
zwei Bilder besitze, ohne übrigens ihren Gegenstand näher zu be- 
zeichnen, und ohne dass in dem 1847 erschienenen Katalog seiner 
Sammlung diese Bilder aufgeführt wären. Freilich sind die Oel- 
gemälde in dem Katalog nicht enthalten und es mögen Oelbilder 
gewesen sein. Bei den im J. 1870 als Vorläufer zu einer nicht zu 
Stande gekommenen Dürerfeier erschienenen "Personennamen" musste 
der Verfasser p. 33, n. 17 auch auf diesen Namen zurückkommen 
(da Doppelmayr gar nichts gab, als was er in Neudörfer gefunden 
hatte, und Rettberg im Kunstleben p. 74. ihn für einen nur dem 
Namen nach bekannten Maler erklärte, dem man wol einige Ma- 
lereien, auch Kupferstiche zuschreibe, aber nur als Vermuthungen), 
und sich bestimmt gegen Carnpe's Aufstellung aussprechen, indem 
aus Allem hervorgehe, dass dieser Meister Jacob nicht nur kein 
Nürnberger, sondern nicht einmal ein Deutscher, vielmehr ein Wahle, 
Walch, Wälscher, Italiener, gewesen sei. Ihn mit Namen zu be- 
zeichnen, überliess er billig den mit diesem Theil der Kunst- 
geschichte vertrauten Männern. Die weitere Lösung liess nicht lange 
auf sich warten. Schon 1871 in dem Artikel: Eine Anbetung der 
Könige von Hanns von Kulmbach, von C. von Lützow, p. 330 in 
der Zeitschrift f. bildende Kunst, Heft II., wurde ausgesprochen: 
Er hiess Jacopo de Barbaris, dessen Lehriunge Hans Wagner  
von Kulmbach gewesen sein soll, bevor er in Dürer's Werkstatt 
eintrat. (WVegen des ? siehe den Artikel 42.) Und nun hat M. Thau- 
sing auf S. 187, Anm. zu p. 6, 10 über diesen Meister Jacopo de 
Barbari, auch Meister mit dem Mercuriusstabe genannt, soviel bei- 
gebracht, dass jeder Zweifel über die ldentität schwinden muss. 
Auch sein bei Neudörfer u. s. f. auf 1500 gesetztes Todesjahr ist 
falsch, da er 1510 als Hofmaler in Diensten der Erzherzogin Mar- 
garethe, der Regentin der Niederlande, erscheint, aber allerdings 
schon 1516 als gestorben genannt wird.
        

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