Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405317
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WENZEL UND ALBRECHT DIE JAMNITZER, 
GEBRÜDER, GOLDSCHMIDE. 
Es möchte gesagt Werden, dieweil diese bede Brüder meine 
Gefreunde sind, ich möcht derhalben des Lobens bei ihnen zu 
mild seyn, derhalben ichs E. E. Rath, meine günstige Herren 
und alle andere Kunstner, so ihr gemachte Arbeit und Werk 
täglich sehen, urtheilen will lassen, darum ich das, so sie täg- 
lich brauchen, will ein wenig unter die Hand nchnlen. Das 
fürnehmste Stück aber, das imir von ihnen beden am besten 
gefällt, ist, dass sie ihren Vater und Mutter, damit sie ihnen 
Ehr und alles Gute erzeigen mögen, von Wien hieher haben 
bringen lassen, darum Gott auch gleich ihre Söhnlein, wie man 
sieht, mit Kunst und Gnaden begabet. Diese zwei Brüder sind 
auch in Erfindung der Kunst, auch in Vcrtheilung ihrer ge- 
machten Arbeit also einig, dass keiner das Seine von dem 
Andern fordert, noch viel weniger das wenigst oder das meist 
vor dem Andern verbirgt. Sie arbeiten beide von Silber und 
Gold, haben der Perspectiv und Messwerk einen grossen Ver- 
stand, schneiden beide Wappen und Siegel in Silber, Stein und 
Eisen. Sie schmelzen die schönsten Farben von Glas, und haben 
das Silberätzen am höchsten gebracht, was sie aber von Thier- 
lein, Würmlein, Kräutern und Schnecken von Silber giessen, 
und die silbernen Gefässe damit zieren, das ist vorhin nicht 
erhöret worden. Wie sie mich dann mit einer ganzen silbernen 
Schnecken, von allerlei Blümlein und Kräutlein gegossen, ver- 
ehret haben, welche Blättlein und Kräutlcin also subtil und 
dünn sind, dass sie auch ein Anblasen wehig macht, aber in 
dem allen geben sie Gott allein die Ehre. 
Nachdem 1828 bei J. L. Sehrag zu Nürnberg im dritten Heft 
der Nürnbergiscluen Künstler Wenzel Jamnitzer eingehend besprochen 
ist, so dürfte sich kaum etwas Erhehliches noch über ihn sagen 
lassen. Die Untersuchung, wie sein Namen eigentlich gelautet habe, 
oh Jamnitzer, Jainitzer, Gamitzer etc. scheint heut zu Tage von 
sehr geringer Bedeutung. Sein Geburtsjahr 1508 und Wien als 
seine Geburtsstadt ist festgestellt, aus amtlichen Quellen auch sein 
Todestag als der ISÄ Dcc. 1538. läegralueil ist er auf St. Johannis 
n. 664., unter einem dem Dürerlschen in der pultartigen Form 
gleichenden Grabstein. Er wurde 1556 zu einem Genannten des
        

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