Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405272
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HANNS KRUG DER JÜNGERE. 
Obstmarkt an einem Eck neben Katharina Feuehterin und hinten 
an Hannsen Trosts Behausungen gelegen, nach eingeholter obrig- 
keitlieher Erlaubniss, an eben diesen Michel Krug um 800 f. rh., 
am 15. Juli. Lit. 34, fol. 106. Paulus muss gleich darauf zur 
Mündigkeit gelangt sein, denn Hanns, Ludwig und Paulus, Söhne 
der ersten Frau, Ludwig abermals als bevollmächtigter Anwalt 
Erasmus Krugs, ihrer aller Bruders, bekennen am 25. Sept. 151g, 
dass Albrecht Glym, Michel Krug und Ursula, Hannsen Krugs 
seligen Wittwe, ihre Stiefmutter, als Vollzieher des väterlichen 
Testaments, ihnen all ihr Erbtheil übergeben haben. (Lit. 34, 
fol. 27.) Es ist daraus zu ersehen, dass ein anderer Hanns Krug, 
als der hier genannte, damals nicht vorhanden war und dass, was 
wenn auch selten doch allerdings zuweilen z. B. bei den Neuscheln, 
vorkommt, ein anderer Sohn ebenfalls des Namens Hanns da ge- 
wesen wäre, dieses besonders bemerkt sein würde. Dies ist aber 
nicht der Fall. Was also von dem jüngern Hanns Krug, der 1519 
Schauamtmann werden sollte, es aber nicht wurde, weil man ihm 
unbillige oder ihm wenigstens unbillig scheinende Bedingungen stellte, 
auf die er nicht eingehen zu dürfen glaubte, berichtet wird, kann 
nur von ihm gelten. Dass er, wie Heller, verführt durch Rotlfs 
Genanntenbuch, meint, er sei 1519 gestorben, ist schon desswegen 
nicht anzunehmen, weil die seinem Namen beigefügte Zahl nicht 
gerade seinen Tod bedeuten muss, sondern auch seinen freiwilligen 
oder auch Llnfreiirvilligen Austritt aus dem Genannten-Collegium, 
und dass er ausgetreten sei, scheint nicht zu bezweifeln. Auch 
Baader (Beitr. 2, 22) glaubt nicht an seinen so frühen Tod, son- 
dern lässt ihm 1535 durch den Rath erlauben, zwei Jahre lang, 
unentledigt seines Burgerrechtens, ausserhalb dieser Stadt zu wohnen 
und in fremden Landen seine Handtierting zu treiben. In den Jahrb. 
f. Kunstwiss. 1868, p. 248, wird seine Lebensdauer noch genauer 
bestimmt. "Hanns Krug der jüngere begab sich zu dem König von 
Ungarn, der ihn als Münzmeister aufnahm. Als er um das Jahr 
1555 in Ungarn starb, wurde auf seine Verlassenschaft Arrest ge- 
legt. Seine Kinder und Enkel, die zu Nürnberg wohnten, liessen 
durch den Rath 1555 bei der Königin Maria von Ungarn anfragen, 
0b denn die Beschlagnahme des Vermögens noch immer nicht auf- 
gehoben sei." So Baader.  
Mit diesen ohne Zweifel aus ganz zuverlässigen, weil archi- 
ralischen Quellen gefiossenen Mittheilungen steht Folgendes in 
unvereinbarem Widerspruch. Am 12. Februar 1529 erschien Frau 
Katharina, Hannsen Krugs seligen, gewesenen Münzmeisters zu der 
Kremnitz, und jetzo Erasmus Gudis eheliche Hausfrau, in Beisein 
ihres Hauswirths, auch Barbara, ihrer Stieftochter, und mit ihr 
Michel Krug ihr Schwager, und sie, Katharina, und Michel Krug, 
übergaben eine schriftliche Bitte, nachdem ihr Hauswirth und Vetter 
seliger etliche Güter hieher gebracht und sie Micheln Krug zu
        

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