Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405208
PETER FLÖTNER, 
BILDHAUER. 
115 
Hier ist aus guten Gründen davon abgesehen und nur des noch 
vorhandenen Englischen Grusses Erwähnung gethan worden. 
Was Neudörfer am Ende seines Artikels von dem sogenannten 
bösen Bolz erwähnt, muss auf sich beruhen, da nur ein Zufall auf 
die Entdeckung dieser ganz unbekannten Grösse führen kann. 
PETER 
FLÖTNER: 
BILDHAUER. 
Was für klein Ding dieser Flötner gemacht hat, das zeigt 
noch heutigs Tags seine Arbeit an. Er machte aber und schnitt 
an einem Kühhorn 113 veränderliche Angesichter, von Manns 
und Weibs Personen, er schnitt auch an die Corallenzinken 
Thierlein und Müschelein, als wären sie daran gewachsen. 
Seine Lust aber in täglicher Arbeit war in weissen Stein zu 
schneiden, das waren aber nichts anders dann Historien, den 
Goldschmiden zum Treiben und Giessen, damit sie ihre Arbeit 
bekleideten, geordnet. In Perspectiv und Masswerk war er also 
erfahren, dass ich achte, so nebenbemelter Veit Stoss gelebt 
hatte, er würde ihm den Preis zugelassen haben, und wo er 
einen Verleger gehabt hätte, würde er in grossen Werken nicht 
weniger dann in kleinen Dingen gewaltig gcwest sein, wie dann 
das steinerne Camin in des Hirschvogels Haus am Schwabenberg 
wol Zeugniss giebt. Den mehrern Theil seiner Kunst und Arbeit 
hat Jacob Hoffman, Goldschmid, von ihm erkauft.  Was aber 
dieser Flötner für sich selbst gemacht hat oder rnachet, das muss- 
ten eitel wüste und abscheuliche Angesichter und Gemäld in Form 
der langen Creuzfahrten von Mönchen, Nonnen und Pfaffen, die 
er gerissen und in Druck geben hat, sein. (Starb 1546 den 23 Oct.) 
Die Variante Kirschkern statt Kühhorn ist ein Unsinn. 
Da Veit Stoss 1533 starb, so muss Flötncr nur kurze Zeit seine 
Kunstfertigkeit getrieben haben, weil er schon 1546 starb. Welches 
Haus am Schwabenberg das Hirschvogehs gewesen sei, ist un- 
bestimmbar; unter dem Hirschvogel ist vielleicht Augustin gemeint. 
Jacob Hof-fman wird von Neudörfer selbst weiter unten besprochen. 
Doppelmayr hat diesen Artikel natürlich ebenfalls aufgenommen, 
aber den weissen Stein in Stechstein verändert, was wahrscheinlich 
heissen soll Speckstein.  Rettberg im Kunstleben (p. 160) führt 
mehrere von ihm noch vorhandene Kunstsachen auf. 
Peter Flötner, Bildhauer, war mit Bernhard Schaller Vormund 
über Jorgen Sonnenscheins seligen Kinder, Katharina Sebald Mer-
        

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