Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405197
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STOSS, 
VEIT 
BILDHAUER. 
geheiratet, wahrscheinlich schon 1497, und mit ihr bis an ihren 
Tod 1526 gehaust hatte. Schon Heller (a. 1822) erwähnt des 
Todes der Christina (p. 61, Anm. 3), und noch früher (1803) 
hatte Murr in Kiefhabens Nachrichten Bd. I. sowohl der Christina 
als auch ihres Mannes Todesjahr, aus zuverlässiger Quelle CHIHOIUHICH, 
abdrucken lassen. Das half aber Alles nichts. Nachdem einmal im 
Campdschen Abdruck die Spukgestalt der Barbara Herzin auf- 
getaucht war, griff die Schaar der buchmachenden Literaten nach 
derselben, und sie musste entweder als seine erste oder auch als 
seine zweite Frau dienen. Man sollte sich bei so bewandten Sachen 
von Quellenstudium zu reden wohl in Acht nehmen. Allerdings 
musste der selbstbewusste Ton der Vorrede, die dem Abdruck von 
11828 vorausgeht, dem Publicurn imponiren, aber es bringt der 
vielgerühmten deutschen Gründlichkeit wenig Ehre, dass die falsche 
Barbara Herzin und auch das falsche Todesjahr 1542 (dieses jedoch 
nicht bei Holland) bei den Meisten festgehalten worden sind. Auch 
wird man erkennen, dass Veit und Philipp, welche bei Neudörfer 
die Schreibekunst erlernten, in kaiserliche Dienste traten und sogar 
geadelt worden sein sollen (Holland p. 132) unmöglich Söhne des 
alten Veit Stoss gewesen sein konnten; Söhne Wilibaldis, also 
Enkel, mögen sie gewesen sein. 
Es sind in des wackern Meisters Veit Leben noch mehrere 
unaufgehellte Punkte, auf welche ein künftiger Biograph, dessen 
Veit Stoss gewiss nicht unwürdig ist, sein Augenmerk zu richten 
hätte. Vor Allem scheint, wie schon gesagt, die krakauische Periode 
genauer als es bis jetzt geschehen zu sein scheint, zu behandeln 
und auszumitteln, wer seine erste Frau gewesen, die ihm ein ziem- 
liches Vermögen zugebracht haben muss, da die von ihr geborenen 
Kinder  und deren sind die meisten  über 225 f. rnütterliches 
Erbtheil quittiren, ob sie ihm aus Nürnberg gefolgt oder, was 
wahrscheinlicher, ob er sie erst in Krakau gewann; ferner, wie die 
Tochter geheissen, die den Georg Trümmer heiratete, und wie sich 
das Verhältniss des Schwähers zum Eidam aus einem freundlichen 
in ein feindliches gestaltete; endlichdürften die Altersverhältnisse 
der Söhne, insbesondere [des Dr. Andreas und der beiden verschol- 
lenen, Sebastian und Adrian, noch möglichst genau festzustellen 
sein. Durch Baadefs Beiträge und die vorliegenden Mittheilungen 
dürfte eine ziemliche Fülle Material gegeben sein, die Aufgabe selbst 
aber dürfte, wenn auch wesentlich gefördert, doch noch lange nicht 
erledigt sein. 
Die von Heller bereits angebahnte Beantwortung der Frage, 
ob Veit Stoss auch ausser der Bildschnitzerei auf anderen Gebieten 
der plastischen Kunst, als dem Malen und Kupferstechen, etwas 
geleistet, was nicht nur Neudörfer schon ausspricht, sondern auch 
Holland (p. 120) durch Anführung von Kupferstichen belegt, dürfte 
ebenfalls eine besondere Aufgabe des künftigen Biographen Sein.
        

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