Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405119
106 
VEIT STOSS, 
BILDHAUER 
Haller und Jacob Kopfinger, am 21. Jan. 1536. Cons. 46, fol. 108. 
Sterfan Kemlein, ebenfalls ein Goldschmid, urar Genannter des 
grossern Raths von 1536-1543, Roth Gen. Buch, welche letztere 
Zahl aber ohne Ziveifel irrig ist, da Kemlein gerade 1543 das Haus 
S. 495 kaufte, das er allerdings 1546 an Georg Schultheiss wieder 
verkaufte, aber jedenfalls nicht gestorben war. Uebrigens kam Seba- 
stian nicht mehr zum Vorschein. 
Aber auch. der Tod des schon als gestorben betrachteten 
Adrian wurde nach einigen Jahren in Frage gestellt, und Wilibald 
Stoss sah sich genöthigt, die beiden Personen, von denen das Ge- 
rücht herrührte, gerichtlich vernehmen "zu lassen. Diese waren 
Ludwig Fingerlein, des gleichnamigen Meister Barbierers Sohn, und 
Jorg Kreel, auch ein Stadtkitld, und stellte die Bitte, weil Jorg Kreel 
wegfertig sei und den Kriegslätiften nachziehe und er dieser Kund- 
schaft beraubt möchte werden, dieselben Zeugen zu YGFlIÖYCH und 
ihre Sage beschlossen zu halten, bis seiner Zeit er oder seine Ge- 
schwister derselben bedürfen würden, um sich derselben zu bedienen. 
Er wolle nämlich anzeigen und beweisen, dass Adrian Stoss zu 
Weihnachten 1535 zu Lübeck in Leib und Leben gewesen, dass 
auch der Zeug Ludwig der Barbierer in Beisein des Jorgen Kreelen 
mit demselben Adrian Stossen geredt, gegessen und getrunken, 
unter andern: angezeigt und angesagt, dass Veit Stoss, sein, Adrians, 
Vater mit Tod verschieden wäre, darum sollte er sich heim hieher 
nach Nürnberg fügen, dass also Adrian seines Vaters Tod er- 
lebt habe. 
Auf diese des Stossen als geziemend angesehene Bitte liess 
man beide Zeugen, nach gehöriger Vermahnung die Wahrheit zu 
reden und desshalb geschwornem Eide, jeden in des Andern Ab- 
wesen ihre Aussage thun, und zwar lautete die des Kreel also: 
Zunächst künftigem Herbst werde es vier Jahr werden, da hab er 
einen, der unter einem pommerischen Fähnlein Knechte gefangen 
sei worden, der sich Adrian Stoss genennt und gegen ihn gesagt, 
er sei von Nürnberg, wie er denn also eingeschrieben sei worden, 
in der Stadt Lübeck gesehen, sei aber bei der Rede, die Ludwig 
Fingerlein mit ihm allda, laut des andern Theils dieses Artikels 
gcthan soll haben, nit gewest, und hab des Adrian Stossen davor 
keine Kundschaft gehabt. 
Ludwig Iringerlein sagte, gleichfalls vor Meineidgewarnt und 
nach abgelegtem Eide, folgendermasseti: vergangenen 1534stei1 
Jahrs, um Allerheiligen Tag, sei er neben Andern in einem Lübecki- 
sehen Flecken belagert gewest, daselbst hab sich einer, der sich 
Adrian Stoss genennt, gegen ihn angezeigt und gesagt, er wäre 
Veit Stossen Sohn von Nürnberg, demselben hab er (Zeuge) zu er- 
kennen gegeben, dass derselb sein Vater mit Tod abgegangen sei, 
darum sollte er heimziehen. Darauf sei er, der Zeug, unter seinem 
Fähnlein an ein ander Ort gezogen, also dass er gemelten Adrian
        

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