Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405032
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VEIT STOSS, 
BILDHAUER. 
Genuss sie freilich nicht mehr gelangte. Andere Kinder, als dieser 
Wilibald und die im Kloster Engelthal lebende Margaretha sind 
aber aus dieser zweiten Ehe des Bildschnitzers Veit Stoss nicht 
bekannt. W01 lebten in sarmatischen, magyarischen und transsyl- 
vanischen Landen noch viele der Söhne und Enkel des alten 
Meisters. Als 1531 zwei seiner Söhne zu Schessbtirg in Sieben- 
bürgen starben, sandte Veit Stoss den Georg ltleyer, Bürger in 
Hermannstadt, nach Schessburg, um die Hinterlassenschaft derselben 
in Empfang zu nehmen. (Baader in Jahrb. f. Kstwissensch. 1868. 
r- 239-) 
In hohem, aber vielleicht doch zu hoch angesetztem Alter starb 
Veit Stoss, 1533. Dass er das dem Menschen gewöhnlich gesetzte 
höchste Lebensziel von 80 Jahren erreicht, ja überschritten haben 
mag, wird nicht zu bezweifeln sein, aber die Zahl 95 scheint 
etwas zweifelhaft. 
Er war mit Hinterlassung eines Testaments gestorben, dessen 
Ausrichter oder EXCCLIIOFCH waren Caspar Schmid, Rechenmeister, 
Hanns Aschauer, Goldschmid, und Wilibald Stoss, sein Sohn, der 
Caspar Schmids Tochter Barbara entweder schon geheiratet hatte 
oder in diesen Tagen heiratete. Das Testament selbst ist zwar nicht 
mehr aufzufinden, aber aus den Erbtheilen, die den einzelnen 
Erben zu Theil wurden, ergibt sich der im Ganzen nicht unbe- 
deutende Stand der flinterlassenschaft. 
Zuerst meldete sich Hanns Plattner, Bürger zu Krakau, anstatt 
und als Anwalt Anna, seiner Ehewirtin, auch Margaretha ihrer 
Schwester, bede Stenzel Stossen seligen, weiland Burgers zu Krakau, 
nachgelassner Töchter und Veit Stossen Burgers allhie Enklein, 
und bekannte, dass ihm benannte Executores für der beiden Schwe- 
stern anherrlich und anfräulich, auch des verstorbenen Adrian 
Stossen ihres Vetters seligen, brüderlich Erbschaft und Antheil, 
nach Veit Stossen (Eeschäft, auch aufgerichtetes und betheuertes 
Inventarium, und geschehener Rechnung, ausgerichtet haben 62 f. 
an Gold, 480 f. 5 Pfd. 12 Pfg. an Münz, darein die 10g f. 1 Ort, 
so benannter Stenzel seliger in seinem Leben empfangen gehabt, 
auch gerechnet und eingezogen sind, und an Silbergeschirr und 
Hausrat 53 f. 4 Pfd. 20 Pfg, samt etlicher Kunst und gemachten 
Arbeiten, worüber er quittirt, doch ausgenommen ein geschnitzt 
Adam und Eva, auch ein alt Weib und Kindleinstanz, und ein 
gross Crucifix, so ungetheilt blieben ist, tlaran einem Jeden sein 
gebührender Theil noch zuständig und unbegeben bleiben soll, und 
ob das Haus, so Veit Stoss verlassen, höher dann um S00 f. 
Münz, darauf es vertheilt worden, verkauft werde, so soll den ge- 
nannten zweien Schwestern ihre Gebürniss an der Uebermass 
auch unbenommen sein. Mit Zeugniss Bartholomes Hallers und 
Jorg Volkamers, am Dienstag 10. Febr. 1534.. (Cons. 45, fol. 202.) 
An demselben Tag quittirte auch Wilibald, dass ihm seine
        

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