Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405020
VEIT STOSS, 
BILDHAUER. 
Jemand anders nicht übergeben, zustellen, noch ihnen derhalben 
einig Beilegung thun soll noch woll, sondern seines Vermögens 
darob und daran sein und treulich verhüten, dass sich dieselben 
sein Söhne und Andere, ausserhalb einiger thätlichen Handlung an 
gleichem Rechten auch sättigen lassen. Wo aber das darüber ge- 
schehe, so soll ein erber Rath desselben an seinem Leib, Habe 
und Gütern zukommen, wie er das zu halten gelobt und einen 
Eid zu Gott geschworen hat. Geschehen in Gericht, sexta post 
vocem Jocunditalis ultima Maji 1527). Hierauf wurde am Donners- 
tag 6. Juni verlassen: als sich Veit Stoss bei einem erbern Rath 
beklagt, dass ihm in der Such, betreffend den Starzedel, die Hirss- 
Vogel und die lmhof an einem Advocaten Mangel erscheine, welchen 
er, dieweil Doctor Martin Rorer vom Widertheil sei besoldet, ein 
erber Rath vergönne ihm dann ihrer Doctores einen, nit zu stellen 
wisse, mit Bitt, damit er nit rechtlos gelassen werd, ihm einen 
Doctor zu vergönnen, dieweil nun dieser Stoss ein irrig und ge- 
schreyig Mann ist und desto minder sich zu beklagen Ursach hab, 
wurde ihm durch Lazarus Holzschuher gesagt und vergönnt, unter 
Doctor Michel Marstaller und Doctor Valentin Kötzler, welchen unter 
beiden er wolle, zu einem Adrocaten in dieser Sache zu gebrauchen. 
Den Hirssvogeln und lmhofen wurde Dr. Christoff Scheurl zu 
Advocaten bestellt. Der endliche Ausgang des Processes ist unbe- 
kannt. (Baader Beitr. I, 24.) Aus den dem Veit Stoss hier noch 
zu guter Letzt gegebenen Prädicaten geht allerdings ein gewisser 
Unmuth des Raths hervor, immer noch mit der alten, nun über 
zwanzig Jahre alten Geschichte behelligt zu werden, aber, wenn 
nicht die Persönlichkeit des alten Mannes einiges Unangenehme 
hatte, so war sein Verlangen ihm nicht zu verübeln, und man sah 
sich doch vermüssigt, ihm allerdings auch aus Furcht, er möchte 
über Rechtslosigkeit klagen, seine Bitte zu gewähren. 
Dass er in einer Klage gegen Jorg Schmalpeck um 7 f. Haus- 
zins einen im Ganzen zufriedenstellenden Gerichtsspruch am Mitt- 
woch 6. Mai 1528 (Cons. 36, fol. 73) erhielt, und dass er am 
5. Oct. 1529 dem Jacob Elmstetter aus seinem Haus an der innern 
Laufergasse zu den 7 f. Eigcnzins, die Veit Stoss schon aus dein 
Haus hatte, noch 3 f. abkaufte, sind wol weniger erhebliche That- 
sachen, als dass Wilibald Stoss, mit Verwilligting Hannsen Reinolts, 
seines Curators, am Mittwoch 16. März 1530 erklärte, dass ihm 
Veit Stoss, sein Vater, an seinem mütterlichen Erbtheil 50 f. ge- 
zahlt habe, darum er ihn quittirt und verspricht, sich diese Summe 
gegen seine (ieschwister abziehen zu lassen. (Cons. 31, fol. 31.) 
Hanns-Reinolt war seiner verstorbenen Mutter Bruder. Christina 
Reinoltin, des Johann Reinolt Losungschreibers Kind aus dritter 
Ehe (ihre Mutter hatte als Wittwc den Tuchscherer Hanns Hundert- 
kess geheiratet), hatte nach Urluv. 31.Jan. 1507 ihrem Manne 200 f. 
zugebracht, wogegen er ihr 300 f. zugeschrieben hatte, zu deren
        

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