Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404939
VEIT STOSS, BILDHAUER. 
nach einem Briefe vom 28. Jan. 1522, in welchem ein langgedauertei" 
Rechtsstreit mit Hannsen Trummer von Mürstadt (Münnerstadt), 
dem Bruder ihres Vaters, beigelegt wurde, eine Tochter dieser 
ungenanntcn Frau des Jorg Trummer gewesen zu sein, aber ob- 
gleich ihre mütterliche Ahnfrau Dorothea Trummerin namhaft ge- 
macht wird, so wird doch nie der Name Georg Trummers und nie 
der Name der Frau desselben ausgesprochen. Jedenfalls mag sich 
Ursula Garin mehr an den Anherrn Veit Stoss als an den andern 
Anherrn Hanns Trummer angeschlossen haben. Aus dem Verlass 
vom 5. Nov. 1515, worin sich Hanns Trümmer, Bürger zu Münner- 
stadt, eidlich reinigt, seinem Bruder Jorgen Trümmer nicht gehol- 
fen zu haben, und desswegen aus Sorgen gelassen wird, geht das 
Verhältniss deutlich hervor. Dass Veit Stoss sich mit der Anlage 
seines Capitals an Jacob Baner wendete, mag davon herrühren, 
dass Jacob Baneus Bruder, Hanns Baner, in Krakau eine angese- 
hene amtliche Stellung einnahm, wie aus dem ihm beigelegten 
Prädicat "Herr" zu sehen ist. Jacob Baner verliess 1512 selbst 
Nürnberg und zog mit Barbara, seiner Ehefrau, nach Krakau. 
Veit Stoss betrachtete sich keineswegs als im Unrecht und 
der Rath musste ihm ausdrücklich untersagen, mit seiner Ansicht 
hierüber zurückzuhalten. Die Mehrzahl seiner Zeitgenossen werden 
ihm hierin beigepliichtet haben und die Rechtsanschatiting jener 
Zeit, in der Jedermann von dem Recht der Wiedervergeltung, und 
zwar im ausgedehntesten Sinne, durchdrungen war, wich von der 
unserer Zeit so weit ab, dass es jedenfalls ein verfehltes Unter- 
nehmen ist, für einen, der wegen Fälschung gebrandmarkt worden 
ist, Sympathie hervorrufen zu wollen. Veit Stoss hatte nur so ge- 
handelt wie seine Zeitgenossen, er hatte sich für den Verlust seines 
Capitals, da er den eigentlich Schuldigen zunächst nicht erreichen 
konnte, an demjenigen zu erholen gesucht, durch den er zu Schaden 
gekommen zu sein glaubte. Ob es Perfidie Jacob Baner's war, dass 
er ihm rieth, sein Geld bei dem Starzedel anzulegen, darnach 
fragte er nicht, er hielt es für möglich, dass Baner wisse, Star- 
zedel stehe schlecht und werde mit dem Gelde durchgehen, und 
diese Möglichkeit galt ihm als Wirklichkeit. 
Zu näherer Aufklärung des Verhältnisses zwischen Veit Stoss 
und Jacob Baner dürfte folgender Brief dienen: Ich, Veit Stoss, 
Burger zu Nürnberg, bekenn offentlich mit diesem brief für mich 
und alle mein Erben, nachdem ich Jacoben Baner, auch Burger zu 
Nürnberg, am Stadtgericht daselbst um 1265 f. gerichtlich ver- 
genommen und beklagt, und zu Bewährung meiner Klag einen 
Schuldbrief, als desselben Baners Handschrift, in Gericht gelegt 
hab, dagegen aber Jacob Baner die beklagte Summe verneint und 
gesagt hat, der eingebracht Sehuldbrief sei nit sein Handschrift, er 
hab auch den nit geschrieben noch verpettschirt, dess haben wir 
von beden Theilen zusamt der verhörten Zeugen in Gericht viel
        

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