Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404919
vßrr sross, 
BILDHAUER. 
durch den Reichsschultheissen Hrn. Wolfen von Parssherg zu Parss- 
berg Ritter zu seiner Gnade Handen annehmen und Alles auf den 
Rath kaufsweise habe wenden lassen, das Eckhaus sammt dem 
Hinterhause und dem dazwischen gelegenen Höflein, einerseits an 
Jorgen von Thill's Haus, darin jetzt Michel Mengersreuter sitze, 
auf der andern Seite an Conzen Scharfs des Schreiners Haus 
stossend, das vormals Mayer Joöl des Juden gewesen war, um 
800 f. an Veit Stoss. Jetzt mit S. 939 und 940 gezeichnet 
und längst schon in zwei Theile gesondert, wovon der eine Theil 
das Eck der Judengasse, der andere Theil das Eck des Prechtels- 
gässleins bildet, ist es am südlichen Eck noch durch ein Marien- 
bild bezeichnet, das, nach Allem, dem Meister Veit Stoss seine 
Entstehung verdankt, da die folgende Zeit für solche Kundgebungen 
religiöser Gesinnung nicht mehr angethan war. In diesem Hause 
lebte er bis an seinen Tod. Das Original des Kaufbriefs, der sehr 
schön auf. Pergament geschrieben und mit dem Stadtsiegel in 
rothem Wachs versehen war, wurde vor etwa 20 Jahren von der 
Besitzerin um 50 f. an einen Polacken verkauft. Veit Stoss er- 
scheint schon damals als ein nicht unvermögender Mann, er mag 
aus Polen erworbenes Geld mitgebracht haben, sein Hauskauf legt 
ein Zeugniss dafür ab und noch mehr seine Geldanlage bei Jacob 
Baner, die ihm freilich verhängnissvoll wurde und ihn sogar zum 
Gegenstand romantischer Dichtung machte. 
Müllner berichtet in seiner Chronik heim J. 1503: „Am Eritag 
vor St. Barbara-Tag hat man Veit Stoss, einen Bildschnitzer, fal- 
scher Brief halben, durch bede Backen gebrannt und schwören 
lassen, sein Leben lang nit aus der Stadt zu kommen." Diese 
Thatsache ist geraume Zeit nur als eine Sage mit Vorbehalt 
aufgenommen, bis man aus der Heinz Deichlerisehen Chronik von 
den näheren Umständen in Kenntniss gesetzt wurde. In derselben 
heisst es: „Am Montag an St. Barbara Tag (wahrscheinlich das 
richtige Datum 4.. Dec., worauf aber hier nichts ankommt, da die 
Sache an sich feststeht), da brennt man denVeit Stoss durch bede 
Backen, und man hat keinen so lind gebrennt, denn er kam um 
das Sein, wol mehr dann um 1300 f., und es ging also zu. Er 
leget 1000 f. zu einem Kaufmann auf Gewinn und Verlust an, der 
Kaufmann hiess Paner an St. Gilgengassen, in dem Haus zu den 
Löwenköpfen, und sagt ihm die Gesellschaft auf, und gab ihm die 
Gulden wieder, damit hatte er ihm die Zeit gewonnen 300 f., und 
der Veit Schnitzer oder Stoss sprach zu dem Paner: Lieber, weiset 
mir einen, da ich die Gulden zuleg, ich lass ihr nicht gern feiern, 
und da weiset er ihn zum Starzedel, der nahm die 1300 f. an, 
Item und derselbig Starzedel war dem Paner 600 f. schuldig, und 
die nahm der Paner von dem Starzedel an für sein Schuld. ltem, 
der Starzedel entrann und er trug dem Veit Schnitzer die 1300 f. 
hinweg. Da erzürnt der Veit auf ihn und gedacht, wie er von dem
        

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