Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404909
und drei Gulden für die Wiederaufnahme zahlte. Es war vermuth- 
lich der Sohn oder Enkel des Gürtlers Michel Stoss, der 1415 zu 
Nürnberg in's Bürgerrecht aufgenommen worden war. Er scheint 
entweder schon ehe er auswanderte geheiratet zu haben oder erst 
in Krakau; den Namen seiner ersten Frau kennt man nicht. Sie 
hatte ihm nicht wenige Kinder geboren, die fast alle nach des 
Vaters 1533 erfolgten Tode, von einigen, die schon gestorben waren, 
die Enkelkinder, zum Vorschein kamen und sich um die Erbschaft 
bewarben. In Krakau war er sesshaft gewesen und hatte dort 
auch viele, zum Theil noch vorhandene und werth gehaltene Ar- 
beiten gefertigt. Sein Alter, als er Nürnberg verliess, wird das 
eines Zwanzig- oder höchstens Dreissigjährigen gewesen sein, da 
solche Auswanderungen auf's Ungewisse hin in höheren Jahren 
nicht unternommen werden. Nach Nürnberg scheinen ihm nur sein 
Sohn Andreas gefolgt zu sein, dann die Tochter, welche den Georg 
Trummer heiratete, deren Name aber unbekannt ist. Wenn nach 
der bei Nopitsch im Gelehrt. Lexic. angeführten Stelle Andreas 
Stoss a. 1517 zu Ingolstadt Doctor Theologiae geworden ist, so ist 
doch gar nicht zu ermitteln, ob er dem Vater bei der Uebersied- 
lung nach Nürnberg als Knabe gefolgt ist oder ob er erst in Nürn- 
berg als Sohn der Christina Reinoltin geboren ist. Dass er sein, 
des Bildschnitzers, Sohn gewesen, ist gewiss, obgleich weder YVill 
noch Nopitsch, noch VCCSCIITHGYEI" (in seinen kleinen Beiträgen z. 
Gesch. d. Reichstages zu Augsb. 1830. Nbg. Campe) etwas davon 
gewusst zu haben scheinen. Es gibt aber Beweise genug dafür. 
Dass Veit Stoss in einem langen Aufenthalt in der damaligen 
Hauptstadt des, auch damals, mächtigen Polenreiches sich Sitte und 
Tracht des Landes angeeignet hatte, so war es nur natürlich, dass 
er gewöhnlich der „Pole" geheissen wurde, er war es aber nicht, 
sondern ein geborner Nürnberger. 
Er muss schon 1497 oder jedenfalls 1498 geheiratet haben, und 
zwar Christina, Johann Reinolts Losungschreibers seligen Tochter, da 
er am Freitag 14. Sept. 14.98 einen Process gegen Anthoni Oertel, 
Hanns Kneussel, Johann Mül-beck, den Rathschreiber, und Jeronimus 
Reinolt, als Testamentsexectitores des verstorbenen Losungschreibers 
begann, um die Herausgabe des väterlichen Erbtheils seiner Frau 
zu erwirken. Dass ihm in dieser Sache, wo das Recht ganz auf 
seiner Seite war, mochte auch einige Verzögerung eintreten, sein 
Recht zu Theil werden musste, versteht sich von selbst. Nun galt 
es sich anzusiedeln, wozu die eben vollzogene Judenausweistxng 
die schönste Gelegenheit darbot, da der Rath ermächtigt worden 
war, sich für die dem Röm. König gezahlte Summe von 8000 Gul- 
den durch den Verkauf der Judenhäuser zu entschädigen. Am 
Samstag 2. März 1499 verkauften Burgermeister und Rath der 
Stadt Nürnberg, da Herr Maximilian Röm. König alle Juden aus 
Nürnberg weggeschafft und derselben Judischheit liegende Güter,
        

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