Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404776
ANDREAS 
INLEIN, 
SCHLOSSER 
(PETER HENLEIN) 
fällt hoffentlich nicht auf Neudörfefs Rechnung, sondern auf die 
seiner Copisten. Es ist gar nicht anzunehmen, dass der denkwür- 
dige Erlinder der Taschenuhren, der Nürnberger Eier, in einer Zu- 
'sa1nn1enstellung der Nürnbergischen Künstler oder Kunsthandwerker 
sollte übergangen sein. Doppelmayr hat die Vergesslichkeit dadurch 
wieder gut machen wollen, dass er auf Cocleus' Zeugniss hin 
(a. 1512) dem Peter Hele einen kurzen aber anerkennendeil Artikel 
gewidmet und ihn als Uhrmacher qualificirt und die Zeit der Er- 
findung auf circa 1500 gestellt hatte. Dieser Namen blieb seitdem 
im (Bange; sowol Siebenkees in seiner kleinen Chronik von 1790, 
als auch Murr in seiner Beschreibung von Nürnberg (Ausgabe 
v. 1801 p. 700) hielten ihn fest, wodurch er in eine Menge Lehr- 
bücher und Schulbücher bis auf den heutigen Tag überging. Erst 
dem Dr. Mayer verdankt man die richtige Lesart des Namens, der 
Llflüllldlitll"! in dem Rathsbuch oft genug vorkommt, um keinen 
Zweifel über die Form desselben zu lassen. Freilich wird er nirgends 
als Uhrmacher bezeichnet, sondern nur als Schlosser, aber aus dem 
einfachen Grunde, weil das Uhrmachen sich mit ihm erst als ein 
besonderes Geschäft aus dem Schlosserhandwerk heraus abzusondern 
begann. Eigentlich hätte man schon daraus, dass Neudörfer ihn 
einen der ersten nennt, der die kleinen Uehrlein in die Bisamköpf 
 offenbar zunächst eine Spielerei  zu machen verstanden, 
darauf kommen sollen und können, wer gemeint sei, aber der 
apokryphische Namen Andreas Heinlein führte immer wieder irre. 
Rettberg hat in seinem Nürnbergs Kunstleben von 1854  man 
darf sagen  gewagt, die Identität von Andreas Heinlein und Peter 
Henlein (p. 100) und Peter Hele, als eine Vermuthung auszuspre- 
chen, was hoffentlich jetzt eine Gewissheit geworden sein dürfte. 
In den Nürnbergischen Briefen von 1846 findet sich noch (p. 28) 
Peter Hele, Wenn das am grünen Holze geschah, was durfte man 
vom dürren erwarten! 
Es waren zwei Brüder Henlein, Herman und Peter. Jener, 
ein Messerer, wurde, weil er mit Machung einer silbernen Schale 
dem Goldschmidhandwerk, trotz vorhergegangenen Verbots Eingriff 
gethan, wesshalb die geschwornen Meister der Goldschmide beim 
Rathe geklagt hatten, am Montag 27. Oct. 1516 drei Tag und 
Nacht auf einen Thurm gestraft und ihm ausserdem von neuem 
verboten, hinfür dergleichen Arbeit, silberne Scheiden oder Beschlag 
von Silber oder Gold an die Scheiden zu machen, ganz müssig zu 
stehen, bei Pön 5 Pfd. Novi. Er hatte 1506 und 1507 etwa wie 
Lindenast, eine bedingte Erlaubniss zu Versilberung des Kupfers er- 
halten. Seitdem hatte nichts von ihm verlautet. Es dauerte aber 
nur wenige Wochen, so beging er eine andere, weit sträflichere 
That. In der Nacht vom 22. Nov. war ein böser sträflicher Mord 
an einem jungen Bettelmaidle, am Markt bei Thumers Haus (S. 880) 
geschehen und es wurde verlassen, derhalben morgen Sonntag vom
        

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