Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401544
d'oro, Einiges an der Farnesina und am Palazzo Ricci. Später war der 
Meister in Neapel und Messina thätig, überliess sich jedoch zu sehr den 
Einwirkungen des dortigen Naturalismus. Uebereinstimmend mit unserem 
Autor (Cap. 22) urtheilt Dolce von ihm (pag.  dass er im Coloristischen 
nicht bedeutend gewesen. Siehe auch Lomazzo (ldea) pag. 7, 48, 54. Von 
gemalten Facaden ist in Rom überhaupt nur Sparliches erhalten. 
Ueber die Facaden-Malerei siehe auch Dolce, pag. 37, Sansovino Venezia 
f. 133 ff., Vasari in den zahlreichen bei Burckhardt, Renaissance in Italien, 
pag. 280, gesammelten Stellen, und Cicerone pag. 292, Gaye, Carteggio 
I. pag. 334., Il. pag. 137, Serlio, architt. f. 192, tratt. Lomazzo, tratt. VI, 
cap. XXVll. 
"XVcr zum Nlonte Cavallo emporsteigen will."  Gemeint 
sind zwei in Fresco ausgeführte Landschaften, welche sich in S. Silvestro a 
Montecavallo in einer Capelle zur Linken befinden. Ihre Urheber sind Poli- 
doro und Maturino. 
Cap. 22. Maturino ist kein Römer, wie der Text aussagt, er war 
aus Florenz gebürtig. Er half dem Polidoro bei der Sgraflito-Decoration 
vieler römischer Paläste, als Zeichner nach Michelangelo nennen ihn Vasari, 
Condivi und Varchi (Lcichenrede). Lomazzo, tratt. Vl, Cap. XLlI, berichtet 
Obiges von ihm und bemerkt im Vorhergehenden von den beiden Künstlern, 
dass sie die antike Manier dabei festhielten, nelle teste, nelle berre, ne' panni 
diversi etc.  Siehe Note zum vorigen Cap. 
Giovanni da Udine (1487-1464), gleichfalls ein Schüler RaphaePs, 
und zwar seit seinem Aufenthalte in Rom. Er war jedoch schon vorher ein 
bedeutender und selbstständiger Künstler der Schule Venedigs, Giorgionds 
Schüler, als Beweis dessen sein Christus unter den Schriftgelehrten in der 
Akademie daselbst angeführt wird. Bekanntlich ist er es gewesen, der das 
Genre der Grotesken zuerst in Aufschwung brachte, als während seiner und 
RaphaePs Arbeiten im Vatican die Wandmalereien in den Ruinen des Titus- 
palastes aufgedeckt wurden. Giovanni copirte diese Ornamente fleissig, um 
in ihrem Geiste die Decoration der Loggien im päpstlichen Palaste ent- 
werfen zu können, wurde hiedurch aber zugleich veranlasst, auch einen 
Stucco-Grund von gleicher Güte wie des antiken zu eriinden. l-lievon weiss 
wohl Biondo, der ihn "Erfinder von Stucco-Arbeiten" nennt. Ausführlich 
spricht davon Vasari im Leben des Giovanni (XI, p. 302), und in der Pre- 
fazione, Cap. 4 und 27, Lomazzo tratt. VI, Cap. XLVlII. Auch Borghini, 
riposo, pag. 402, liefert über diese Seite der künstlerischen Bedeutung 
Giovannfs ebenfalls eingehende Bemerkungen und behauptet, dass sein 
Recept uns noch erhalten sei, nach welchem er den Stucco-Grund für jene 
ornamentalen Malereien für Julius II. und Leo X. im Vatican vollendete 
Das in den Quellenschrifteil bereits öfters citirte, in der Marciana zu Venedig 
bewahrte Manuscript aus der Zeit von 1503-1527 circa enthält nämlich ein 
Recept (bei Merritield 393): Stiuccho mirabile per fare figure etc. et etiam im- 
prontare et colorirlo, et regge allacqua, wobei der Zusatz: Ex Magistro Jacopo 
de Monte S. Savino Scultore prouato. Dieser Künstler ist Jacopo Tatti, der
        

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