Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401511
NOTEN. 
CAP. 
57 
Biondo drückt sich über das erste Werk des Künstlers, das er an- 
führt, wörtlich aus: costui dipinse san Giovanni decollato. Wahrscheinlich 
aber hat er den Gegenstand mit dem Orte verwechselt, indem zu Rom  
wo die meisten Gemalde sich belindeti, die Biondo in seinen Notizen citirt  
in der That in der um 1495 von der Horentinischen Nation erbauten Kirche 
S. Gioranni Decollato (Misericordia-Capelle) Malereien Salviati's nebst solchen 
von Giacopixio del Conte aus Florenz zu sehen sind. Vasari im Leben 
Cecchinds erzählt, dass hier zwei Edclletite von del Conte, einem damals 
noch jungen Maler, die Erscheinung des Engels vor Zacharias hatten ent- 
werfen lassen. Francesco malte i. J. 1538 die Heimsuchung, Madonna bei 
Elisabeth, darunter. (Geatzt von B. Bassaroti, G. Ghisi und J. Matham.) Der 
gen. Autor fügt hinzu, dass "Rom erstaunte" über die Trefflichkeit des 
XVerkes. Biondo spricht gleichfalls von demselben, welches noch erhalten, 
jedoch durch Retouchirtmgen verdorben ist. Später finden wir Salviati 
abermals in der Capelle der Miserieordia-Bruderschaft in genannter Kirche 
beschäftigt, wo er mit del Conte, Pirro Ligorio und Battissa Franco wett- 
eifernd unter das Gemälde der Heimsuchung die Geburt Johannis und im 
Attftrage Bussotfs die Hh. Andreas und Bartholomatts malt. 
In Sta. Maria dell" anima rührt von Salviati die Ausmalung einer 
ganzen Capelle her, welches Werk gegenwärtig sehr gelitten hat. Der Be- 
steller war nach Vasari ein deutscher Kaufmann. Dargestellt ist an der 
KVölbung die He1'abktt11ft,ties h. Geistes, in der Mitte der XVand die Auf- 
erstehung, in den Nischen S. Georg und Stephan, ganz unten S. Johannes 
als Almosenstientier, eine Caritas, der h. Albert, die Klugheit und die Logikf 
endlich auf dem Altar in Fresco der todte Christus und die h. Frauen. 
kindlich gedenkt Vasari auch der Cartons zu den Arazzi. Der Auf- 
traggeber war Pierltiigi, ein Farnese, damals jedoch noch nicht Herzog von 
Castro, wie unser Autor meldet, sondern eben erst zum Gotiverneur von 
Nepi ernannt war, erst später wurde er Duca. Die Anfertigung der Cartons (es 
waren Wasserfarbenmalereien auf Leinwand) geschah nebst anderen Arbeiten 
in Nepi, das der Gotiverneur mit zahlreichen Kunstschatzen geziert haben 
wollte. Auch ein Badegeniach schmückte Salviati für diesen Gönner und 
leitete bei seinem Einzuge in Castro die Arbeiten für den Empfang des 
TSICD. 
Cap. 14. Mantegna. Die Gemälde im Palaste Lodovictfs beim Kloster 
des h. Sebastian sind die berühmten sog. Cartons oder vielmehr Leim- 
farbunrnalereien auf Leinwand des Triumphzuges des Caesar, jetzt in Hanzpton- 
court. Vasari V, pag. 169, Goethe XXXIX, pag. 141-176, Waagen, Kunstw. 
und Künstl. etc. l, 382 FF. Bekanntlich stach der Meister mehrere Theile 
davon selbst, eine verkleinerte Wiederholung grau in grau besitzt das 
Belvedcre in Wien, Kat. Engerth 2. Aufl, pag. 4,2 f., in Holz geschnitten 
und mit drei Platten gedruckt gab sie heraus Andrea Andreani nach der 
Zeichnung des B Malpizzi. (Bartsch, P.G. Xll, png. 101, Nr. 1x.) 
Die gemalte Karte mit Mercur, welcher die lgnorantia schleift, scheint 
etwas Aehnliches gewesen zu sein, wie zwei noch erhaltene mythologisch-
        

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