Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401493
genannten Parallelen, namlich die horizontalen und verticalen, AB, CD und 
AC, BD, halbirt, Es sind diese Halbirungen „die Untertheilung des einen 
und des andern Durchmessers", indem ja zur Halbirung der Linien der Zirkel 
zu Hilfe genommen werden muss. Die Theilungslinien "von Durchmesser 
zu Durchmesser" sind ac und bd. Der Autor kann mit Recht sagen, dass 
sie die Mitte des Viercckes (ABCD) einnehmen, denn es entstehen die con- 
gruenten Oblonga AaCc und aBcl), sowie ABbd und bdCD; schliesslich 
erhält er durch diesen Vorgang die gewünschten kleinen Quadrate zur 
lnhnltsberechnung, nämlich Aabe, aeBd, beCc, edcD. 
lm Folgenden scheint der Autor andeuten zu wollen, dass bisweilen 
die Umrisse des aufzunehmenden Gebäudes, z. B. die horizontalen Abgren- 
zungen seiner Höhenentwicklung, nicht immer gerade mit den Linien des 
Netzes, hier also dessen Horizontalen zusammenfallen werden. Er macht 
darauf aufmerksam, dass dann beim Durchschauen durch die Graticola die 
betretfenden Theile über die zunachstbetindlichen Parallelen des Netzes 
hinziusragen, in dem Ausmass der Dimension sich also Bruchtheile und 
Quantitaten Enden vrerden, welche über ein Multiplex der Masseinheit hin- 
ausgehen. Diese müssten für die wirkliche Gesammthöhe in Betracht gezogen 
werden. Der Inhalt dieser Satze, im Originale auf f. 14. a, die an grösster 
Dunkelheit laboriren, ist wohl nicht klar zu verstehen. Wahrscheinlich sind 
einige auf Zahlenangaben beruhende Prämissen ausgelassen, so dass wir die 
hier gegebenen Schlüsse nicht recht einzusehen vermögen. Ich habe mir im 
Hinblick auf die geringe Wichtigkeit dieser in der That kaum wiederzu- 
gebenden Stellen erlaubt, an diesem Punkte den Text abzukürzen. 
Cap. 10. Raphael. Die Malereien in der Farnesina, der römischen 
Villa des Agostino Chigi, entstanden seit 15:8, Biondo hat sie offenbar 
selbst gesehen, also bei seinem Aufenthalte in Rom. Die Loggia ist eigent- 
lich die gegen den Garten geöffnete Halle. 
Siehe Dolce pag. 14 und n. Das "üDCTHLlS stolze Gebäude" ist ein 
KVerk Baldassare Peruzzrs, der es 150g vollendete. Ehe noch RaphaeYs 
Fresken-Schmuck hinzukam, wurde der Bau seiner eigenen Schönheit wegen 
in einer Schrift vom Jahre 1512: Suburbanum Augustini Chisii, per Blosium 
Palladium, gefeiert.  Die Transfiguration kam aus S. Pietro in Montorio in 
die Galerie des Vaticans.  
Cap. 11. Zwei Jahre vor dem Erscheinen unseres Tractatcs war Fra 
Sebastino Luciano, genannt del Piombo, in Rom gestorben. Biondds 
Urtheil über ihn ist gerade das Gegentheil von dem Dolce's (pag. 17), der, 
als Verehrer Raphaels, sich bestrebt, von Bastiano das Schlimmste zu sagen. 
Seine Gemälde in der Kirche San Pietro in Montorio sind a fresco nach Ent- 
ivtirfen MichelAngelos in der ersten Capelle rechts ausgeführt; ein Witzwort 
des Letzteren aus Anlass dieser Malereien berichtet Vasari in dessen Vita. I. Aus- 
gabe. Torr. lll. pag. 98g. An der Geisselung Christi, welche Biondo hier erwähnt, 
rühmt man die trelfliche Bewegung in der Composition und die Ausführung. Der 
Palast Borghese enthält eine XViederholting davon in verkleinertem Massstabe, 
die von dem Künstler herrührt. Die Fresken der Capelle Chigi in Santa Maria
        

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