Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401483
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NOTEN. 
CAP. 
„Die Graticola macht man auf zweifache Art, entweder über dem Gemälde, 
wenn man es mittels weisser Faden copiren will, oder sie wird über einen 
Rahmen gespannt und gleichfalls über dem Bild angewendet, mit solcher 
Eintheilting, dass das Verhältniss dasselbe bleibt, 0b eine grössere oder 
kleinere Aufnahme davon gemacht wird." Wie also beim Abzeichnen der 
Statuen dient auch hier bei Gemälden die Graticola zum Aufnehmen des 
Vorbildes durch das Netz hindurch, welches zugleich, damit darauf gezeich- 
net werden kann, mit dem Dünnstoff überzogen ist. Durch beliebig nähere 
oder entferntere Aufstellung des Apparates vom Originale erhält man grössere 
oder kleinere Vervielfältigungen der dort befindlichen Zeichnung auf dem 
Stotl", von welchem sie dann auf Papier etc. übertragen werden kann. Albertfs 
Anwendung des vclo beschrankt sich auf das Abzeichnen von Statuen. Bei 
diesen Methoden ist jedoch zu beachten, dass alle Sicherheit des Abnehmens 
und Reproducircns indess illusorisch wird, wenn man nicht annehmen will, 
dass der Kopf des Zeichnenden wie im Schraubstocke festgebannt bleiben 
soll; rückt das Auge auch nur wenig von dem ursprünglich angenommenen 
Punkte, so ergeben sich natürlich verschiedene Ansichten des Vorbildes, die 
dann zu Verstössen in der Zeichnung führen müssen. 
Cap. 7. Um das sehr verworrene Capitel zu verstehen, ist vorauszu- 
setzen, dass der Autor hier nun das grosse Gebäude nach der Natur mittels 
seines auf das Quadratnetz zulfgezogeiueiu Dünnstotles zum Zwecke sofortiger 
Uebertragung aufnehmen, d. h. reducirt Wiedergaben will, wie er (in Cap. 6) 
kleinere Gegenstände (er selbst führt Thiere als Beispiel an) durch den Apparat, 
der bei Alberti zum Nachzcichnen der Sculpturen dient, entworfen hat. 
"Nehmet die Hälften der Parallelen." 
Ich glaube mir diese im Original höchst unklar gegebene Stelle auf 
folgende Art erläutern zu müssen. Es handelt sich für den KÜDSÜCI" (liliJCi 
darum, eine Eintheililng der Zeichnung in eine grössere Anzahl von Qua- 
draten zum Zxveclge der Dimensionenberechnung zu erhalten, da die durch 
die Parallelen AB und CD gebildeten Quadrate, welche nur zur Errichtung 
des Aufrisses dienten, für diese Raum- und Detail-Berechnung zu gross sind. 
Nach der Angabe des Autors kommt man zu diesem Ziele, indem man die
        

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