Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401375
3101x100, 
VON DER MALEREI. 
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und klare Luft, und dass der Himmel der Luna dargestellt 
sei. Dann umschlinge das Meer mit seinen Fischen die Erde, 
und das Land möge gleichsam fest und sicher mitten unter 
den Elementen erscheinen. Diese ganze Materie soll im ersten 
Gemälde verdeutlicht sein, so dass das Eine nicht gerade mit 
dem Anderen Zusammenhänge, aber dass man es klar in Einem 
Bilde zu meiner Zufriedenheit versammelt erblicke. 
Von 
dem 
Stoffe 
des 
Cap. 
zweiten 
26. 
Gemäldes. 
Das zweite Gemälde, wünschte ich, soll kreisförmige 
Gestalt haben, und ich hätte gern, dass in den herumlaufenden 
Partien die römischen Colosseen mitten unter den Pyramiden 
Acgyptens dargestellt wären. In der Mitte des Gemäldes sähe 
ich gerne ein stolzes Gebäude, in der Art des Salomonischen 
Tempels errichtet, dessen Thüren aus Gold und Silber ge- 
arbeitet wären, von Kupfer und von anderen Metallen, und jedes 
Metall enthalte einen Krieg aus dem alten Testamente in einer 
Inschrift. Doch soll keines der Metalle von dem anderen ge- 
schieden sein, sondern eines im andern zu erblicken; die Be- 
dachung des Tempels möchte ich aus weissem Elfenbein haben, 
in welches viele kostbare Steine und hell leuchtende Karfunkel 
eingesetzt Wären, das Pflaster bestehe aus den grossen Gebeinen 
der Erde, das Uebrige am Tempel sei Mosaik, wie es nur der 
Christliche besitzt. Aber rings um den Tempel möchte ich die 
vier Elemente sehen, eines vom anderen unterschieden; auf der 
Erde eine Fülle verschiedener Thiere, insbesondere Tiger, 
Löwen und Bären mitten unter dem kleineren Gethier, das 
Meer mit seinen Fischen, wie z. B. Wallfischen und Delphinen, 
welche die anderen Fische gegen das Gestade jagen, indem sie 
dieselben verschlucken wollen. Die Luft sei stürmisch und ver- 
finstert an allen Punkten, mit allen jenen Vögeln, welche durch 
die Luft zu Biegen pfiegen, und das Feuer stehe für sich allein 
und an sich selbst so reich an Licht, dass es mit seinem Lichte 
keinen Theil hat mit den fibrigen Elementen. Dann möchte 
ich, dass man den Himmel rings um die genannten Elemente 
erblicke, sammt den zwölf Sternbildern, auch soll der Lauf der
        

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