Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401368
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BIONTDO, 
VON DER MALEREI. 
Von 
dem 
Stoffe des ersten 
Cap. 25. 
Gemäldes. 
Nachdem ich von Demjenigen geschrieben habe, was zur 
Malerei und für den Maler sich schickt, nachdem ich vieler be- 
rühmter Maler Erwähnung gethan habe, scheint es mir an der 
Zeit, zum Schlüsse dieses Unterrichtes zu eilen. Indem ich nun 
beschlossen, dieses Buch zu beenden und euch zu fibergcben 
wie das Lamm den Wölfen, schien es mir, ehe ich solches 
ausführe, euch einen bestimmten Wunsch erklären zu sollen, 
nämlich einen für die Malerei passenden Stoff, von dem ich 
hoffe, dass ihr demselben Genüge thun werdet. Ich freue mich 
nämlich gar sehr an der Malerei, weil sie mir viele Dinge vor- 
führt, welche ich mir nicht einbilden kann. Darum wünschte 
ich, meine ausgezeichneten Maler, zehn Gemälde von den 
Händen der Vorzüglichsten zu sehen. Und ich möchte, dass das 
erste Gemälde die unten beschriebene Materie enthalte, und 
während die Zeichnung der Darstellungen sich in der Mitte 
befinde, wollte ich oben den allmächtigen, dreieinigen Gott 
sehen, unten möchte ich die uralte Vermengung der Elemente 
sowie ihre deutliche Sonderung haben; auf der einen Seite 
wollte ich erblicken, wie Mond und Sonne das erste Mal über 
der Erde erscheinen, auf der anderen Seite soll zu sehen sein, 
auf Welche Art die Schatten auf die Erde niedersteigen, dann 
möchte ich, dass die Erschaffung des Menschengeschlechtes 
folge, auf der anderen Seite die Mannigfaltigkeit der Thiere 
und wie sie liebreich mit einander verkehren; unter diesem 
sollen Lorbeerbäume, Olivenbäume und Myrthen, welche mit 
Grün geschmückt sind, auf der Erde erscheinen; auf dem 
gegenüberliegenden Theil sähe ich gerne die ersten Kräuter, 
die auf der Erde geschaffen wurden, und auf den Hügeln wären 
Veilchen, Narcissen, Rosen und Jasmin, in ihren Wirklichen 
Farben nach der Natur gemalt sammt allen übrigen Blumen, 
deren wirklichen und natürlichen Geruch man zu spüren 
glauben soll; alle diese Dinge sollen die Flüsse mit den an 
ihnen wachsenden Kräutern umfassen, auch wünschte ich, dass 
das Gemälde von dem Himmel der Luna, des Mercur, der 
Venus, des Sol, Mars, Jupiter und Saturn umgeben sei und 
dass man deutlich die achte Sphäre sehen könne, die helle
        

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