Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401357
cs auf der Leinwand 
er es mit Oeltenupera 
Arten und Mittel des 
zu machen denkt, so arbeitet und malt 
und ferner mit Leim, und dies sind die 
Malers in der Malerei. 
Von 
verschiedenen 
Farben. 
CIIP- 
Indem ich schliesslich die Malerei in's Auge fasse, habe 
ich beschlossen, zum Nutzen der jungen Maler hier die nöthig- 
sten Farben hinzuzufügen, aus denen die Malerei besteht. Die 
erste Farbe ist weiss, dann schwarz, azur, roth, gelb und 
grün, und diese Farben sind die natürlichen. Ausser diesen gibt 
es Lack, Carmesin und die anderen Farben ihrer Art. Grüner 
Farbe ist das Kupfergrün, das Verde azuro, das Berggrün und 
grüne Erde. Gelber Farbe ist Orpiment, terra zala, zallino und 
terra santa; rothei" Farbe der Zinnober, terra rossa und Miniurn; 
schwarzer Farbe die schwarze Erde, Kohle, das Schwarz vom 
Russ, von gebrannten Pfirsichkernen; weisser Farbe die Biacca, 
das zesso, Kalk oder Bianco secco; von blauer Farbe das 
Ultramarin, das Turchino, das Smalto, Azuro di Fiandra und 
noch mehrere Sorten, und auch Smalten verschiedener Gattung. 
Aber weil die Maler ausser den genannten Farben noch viele 
andere haben, die sich nicht in der Natur vorfinden, deshalb 
sage ich euch, meine lieben Maler, zu eurer Unterweisung 
gleicherweise, dass verschiedene Farben, wenn sie gemischt 
werden, verschiedene andere bilden, wie die folgenden. Z. B. 
gibt Indico und Biacca eine Farbe, welche man hellen turchin 
nennt, den dunklen kann man weiters erzielen durch das 
grössere oder kleinere Verhältniss der beigemischten Farbe; 
weiss und schwarz gibt eine aschgraue Farbe, Indico und 
Orpiment macht eine grüne Farbe, Indico und Biacca macht 
das Rosino, Indico und Lack gibt das Paonazzo. Natürliches 
Paonazzo mit Beimengung von Kalk macht, je nach der 
Mischung, helles und dunkles Paonazzo. Man kann in dieser 
Sache aber keine bestimmte Weisung geben, denn dieses steht 
bei dem Künstler, wie er will und wie es seine Malerei erfor- 
dert. Wesshalb ich die Sache dem Vorhaben des Malers überlasse.
        

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