Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401344
kunst waren. Auch der Maler Giovanni de Vdene, zur Zeit des 
Pabstes Leo X., war der Erfinder von Stukko-Arbeiten in der 
Stadt Rom, und zwar im Gewölbe des Palastes. Er malte in 
das Stukko viele Hystorien mit den schönsten Figuren und 
Thieren jeder Gattung, nach der Natur gemacht, hinein, welche 
zu leben scheinen, wie man heute noch sieht. Ferner ist er 
auch in demselben Palaste der Erfinder der verschiedenartigen 
Grotesken. Der Maler Bologna wurde sehr gelobt in der Figur, 
in den Grotesken und in den Festons. Dieser malte mit Raphael 
und vielen Anderen, doch waren die vorgenannten die Ersten. 
Julio, der Schüler RaphaePs, der Römer, wohnte mit Raphael, 
dem edlen Maler, zusammen; er war ein grosser Zeichner und 
Colorist und auch ein Erfinder vieler sehr schöner Dinge, wie 
man in dem Saal im Palaste Sr. Heiligkeit in der Stadt Rom 
sieht; Gianfrancesco, der Florentiner, war ein Hausgenosse des 
Raphael, ein grosser Zeichner antiker Sachen und vollendeter 
Meister im Fresko- und Oelmalen. Von dem einzigen Lionardo 
aus Florenz will ich nicht viel sagen, um euch nicht den Kopf 
mit so viel berühmten Malern zu verwirren; es war dies ein 
seltener Maler, er schrieb ein Buch über die Anatomie. Die 
anderen Maler übergebe ich, da sie eiJch wohl bekannt sind. 
Wenn ihr, meine lieben Leser, euch vollkommen von Liebe zur 
Malerei enttlammen lassen wollet, so werdet ihr leicht berühmt 
werden,  nicht anders als Jene es geworden sind; und viel- 
leicht erlangt ihr noch grösseren Ruhm und Lob, als die 
Genannten erreicht haben.  
In 
welcher 
man 
Weise und Worauf 
Cap. 23. 
malt. 
Jetzt handeln wir davon, auf welche Weise und worauf 
gemalt wird, deshalb wisse, lieber Leser, dass der Maler das 
Gemälde zuweilen auf die feste Mauer zu entwerfen beabsichtigt, 
welche dazu hergerichtet wird, entweder mit Wasser oder mit 
dem aus Abschnitzeln von Thierhäuten bereiteten Leim oder 
mit jenem, der von den Absehnitzeln des Handschuhleders 
gemacht wird, zuweilen auch auf der trockenen Mauer mit 
Eitempera, oder mit Oel, wenn auf dem Holze; und wenn er
        

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