Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401313
BIONDO, VON DER MALEREI. 
37 
Von 
dem 
Gedächtniss 
des Francia , 
(lap. 16. 
Malers 
VOIl 
Bologna. 
Er hiess mit Namen Francia, seiner Nation nach war er 
ein Bologneser, ein Goldschmied zuerst und dann erst Maler. 
Von diesem sagt man, dass er. in seinen Zeiten der Erste ge- 
wesen sei und hält dafür, dass Costa sein Schüler gewesen 
wäre. Von seinen Gemälden thue ich nicht Erwähnung, weil 
sich keines vorfindet, auch spreche ich nicht davon, wo sie 
gewesen, noch von Welcher Art, sondern sage bloss, dass er 
ein vorzüglicher Maler war. 
VOD 
dem 
Preise 
des 
Tiziano, 
Cap. 17. 
des 
Malers 
in 
Venedig. 
Indem ich von Tizian, dem hochberuhmten Maler in der 
gefeierten Stadt Venedig, handeln will, bin ich der Meinung, 
dass selbst, wenn ich einen ehernen Mund mit hundert Zungen 
besässe, dies doch nicht ausreichend wäre, um sein Lob aus- 
zudrücken, weil gegenwärtig das Weltall sich seiner Vortreff- 
lichkeit erfreut, vorzugsweise wegen seiner herrlichen Portraite, 
denen nichts mangelt als die Stimme, denn alles übrige zeigen 
sie der Natur gemäss. Dies bestätigt euch das Bildniss des 
Herzogs von Urbino und jenes andere von dem Grafen Augustin 
Lando, und so auch die übrigen, die ich nicht erwähne, da sie 
euch wohlbekannt sind. Desshalb sage ich ferner, dass ihr sie 
in frischem Gedächtnisse bewahren möget und bemühet euch, 
ihr, die ihr dem Tizian ähnlich zu werden wünschet, die 
Malerei recht zu lieben. Denn die Liebe, sowie die Ausdauer 
wird euch vielleicht noch grösseren Ruf gewinnen lassen, als 
er hat, und auch Vortheil, so dass ihr ihn wohl übertreffen 
könnt, indem ihr das hinzuthut, was Jener in irgend einer 
Weise unterlassen hat, doch trägt in diesen Zeiten Tizian im 
Bildnissfache den Preis davon.
        

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