Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401115
[ß10N00, 
VON DER MALEREI. 
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dieser Darstellungen Enden würden und er darauf hässlich von 
Gestalt erschiene, nicht anders als er Wirklich war. Ferner 
scheint mir die Malerei das Abbild der Götter zu sein, indem 
das Volk seine Gottheiten mit Hilfe der Malerei verehrt, so dass 
ich sagen darf, die Malerei ist ein grosses Geschenk, das der 
höchste Gott den Sterblichen gemacht hat, weil wir durch das 
Mittel derselben mit den obersten Göttern verknüpft sind und 
auch mit den Engeln. S0 zweifle ich denn nicht, dass die Malerei 
dem Phidias, einem Maler in der Stadt Elis in Achaja, oder 
eigentlich im Peloponnes, viel geholfen habe, als er den Olympi- 
schen Zeus malte, dessen Schönheit so gross war, dass er durch 
die Majestät, mit der Zeus gemalt war, die Religion gefördert 
hat. Denn das Gemälde war dem Gotte ähnlich wie C. Plinius 
berichtet, welcher sagt, Phidias sei über alle Völker, die den- 
jenigen erkennen, welcher der Olympische Zeus heisst, der 
Berühmteste gewesen. Daran könnet ihr ersehen, o Maler, Welche 
Schönheit und Ehrwürdigkeit des Geistes, oder welch' grossen 
Ruhm man durch die Malerei in der Welt gewahr wird. lch 
glaube, dass ihr, meine Leser, dies schon klar versteht, sowohl 
infolge dessen, was über die Gemälde und die Maler gesagt 
worden ist, als auch durch dasjenige, was Jeglicher sieht. Des- 
halb darf ich (Jrlien sagen, dass die Natur selbst nicht so Aus- 
gezeichnetes in ihren Geschöpfen hervorgebracht hat, als es die 
schöne Malerei vermag, weil diese sich an die schönsten Dinge 
hält, sie aber viel köstlicher erscheinen lässt, als sie sind. Darum 
muss ich auch von dem Hiisslichen sagen, dass ihr an euch 
selber die Beobachtung machen könnt, wie denn die Malerei 
sich an die schönen Thcile, an die zierlichen Theile, an die 
blendend weissen Gliedmassen macht, sie aber ohne Zweifel um 
Vieles schöner und zierlicher erscheinen lässt, was man auch 
klar ersieht, indem das Elfenbein oder der Alabaster, auch die 
kostbaren Edelsteine, wie Rubine, Hyacinthe, S1narz1gtle, Topase 
und Saphire sammt den orientalischen Perlen und all" den übri- 
gen seltenen und kostbaren Dingen, wenn sie durch die Hände 
eines vollkommenen Nlalers gehen, viel bewundernswerther 
erscheinen, als sie sind, nämlich als Natur-Producte. Und ferner 
sage ich euch, dass die Kunst der Malerei auch das Gold, aus 
Ursache, weil es verbleicht, viel schöner werden lasst und auch 
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