Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401046
IO 
101x100, 
VON 
DER MALEREI. 
Die 
Absicht des 
Cap. 2. 
Autors. 
Da ich nun von der Malerei zu schreiben habe, so werde 
ich, damit meine Rede euch klarer und deutlicher werde, alle 
jene Dinge zur Seite lassen, welche wenig oder gar nicht zur 
Kunst der Malerei gehören. Ich handle daher bloss von den 
Dingen, welche dem Maler nothwendig sind und gleichsam mit 
der Malerei zusammenhängen. Wenn diese wohlverstanden sind, 
so behaupte ich, dass sie genügen werden, um Jenen die Meister- 
schaft zu verleihen, welche Maler werden wollen. Wisset daher, 
dass ich in der Auseinandersetzung über die Malerei nicht über 
die natürlichen Principien hinweggehen werde, bevor ich oHen- 
kundig mitder Lehre von denselben hervorgetreten bin, auch werde 
ich in dieser Abhandlung erörtern, was ich nur berühren kann 
und was nicht ausserhalb meines Vorsatzes liegt, denn wer von 
einer Sache handeln will, dem ziemt es, dass er den Stoff zur 
Genüge ergreife, indem er die Gattungen und Formen mit Ver- 
stand durchmustert, welche dem Stotfe, den er behandelt, erforder- 
lich sind. Er beurtheilt sie mit grösster Aufmerksamkeit. Indem 
ich will, dass die natürlichen Dinge dem Urtheile der Anschauung 
unterworfen werden, so zeige ich (wie Einige sagen) crassa Minerva, 
nämlich etwas umfangreicher und meiner Erörterung gernäss 
kurz und gut, was zur Malerei gehört. 
Denn indem ich von einer derartigen Kunst spreche, so 
bin ich ohne irgend einen Zweifel überzeugt, dass es euch eine 
sehr angenehme Sache sein wird. Und indem es eine schwere 
Sache ist zu erklären, überlasse ich es euch zu beurtheilen, eine 
noch wie viel grössere es ist, darüber zu schreiben, und wisset, 
dass ferner noch dazu kommt, dass noch sehr Wenige über die 
Malerei geschrieben haben und glaubet, dass mir dieses sicher 
bekannt ist, denn ich pflegte ein Jäger nach den verborgensten 
und unbekanntesten Schriften zu sein; so bitte ich euch denn, 
meine lieben Leser, dass ihr dasjenige, was ich jetzt schreibe, 
nicht betrachtet, als rühre es von einem vollkommenen Maler 
her, noch auch von einem Mathematiker, sondern fasset es auf 
als Werk eines guten Kenners der Malerei, und wenn euch ferner 
bedünken sollte, dass dieser Stoff in einem erhabeneren Style 
und mit gezierteren Worten zu behandeln wäre, so muss ich
        

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