Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der hochedlen Malerei
Person:
Biondo, Michel Angelo Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400544
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401027
BIONDO, 
VON D] 
JERE 
Amphion von Theben war, oder, auf welche Weise wirklich 
Thamyris in seinen Versen die göttlichen Dinge ergriffen habe, 
oder was Sokrates oder Platon, Aristoteles, Epikur und alle 
anderen Philosophen, die den Sterblichen die Regel des Lebens 
vorschrieben und für das Leben gewisse Schranken festsetzten, 
oder was der grosse Pompejus oder Crassus oder Julius Caesar 
oder Publius Scipio oder Marcus Cato und andere solche wie 
die Genannten gethan haben, oder mit welcher Kunstfertigkeit, 
oder mit welcher Klugheit sie den Krieg geführt. Doch nach- 
dem unsere Vorfahren darauf Sorge verwandten, ihrer Nach- 
kommenschaft zu ewigem Gedächtniss die Vorschriften jeglichen 
Unterrichts zu überliefern, so glaube ich, dass keine andere 
Art, ihnen zu danken, gefunden werden könne, nicht anders, 
sage ich, als indem das Gesetz geschrieben wird, Wodurch Die- 
jenigen verurtheilt werden, die die nützlichen Dinge nicht nur 
nicht aufdecken, sondern auch suchen, nach ihrem Vermögen sie 
zu verstecken. Es sind solche nicht anders zu verdammen als 
Jene, welche die Nachtwachen Anderer sich aneignen und für 
eigene Mühe ausgeben, indem sie voll Neid ehrbare Dinge 
schädigen und sich berühmen mit der Arbeit Anderer, daher 
sage ich, es verdienen Solche Tadel und Strafe, die vom Schimpf 
leben, Jene aber, die milde sind, sind ruhmes- und ehrenwerth. 
Weil das für mich eine ausgemachtc Sache ist, so glaube ich, 
es sei etwas sehr Schönes, sich mit den holden Freuden der 
Philosophie zu beschäftigen, welche die Natur in die Kunst der 
Malerei gelegt hat, sich in ihnen zu berauschen, indem ich den 
süssen Duft der Kunst einsauge und am unsterblichen Ruhm 
der Künstler mich labe. Hiezu bin ich vorzugsweise bewegt 
worden in Nacheifcrting jenes Nutzens, welcher bei unserem 
Geschlechte ähnlich demjenigen sein wird, von dem ich ver- 
nahm, dass darnach die hochgeschätzte Bibliothek in Pergamtim 
zum allgemeinen Vergnügen und Vortheile eingerichtet worden, 
und die nicht weniger bedeutende in Alexandria, die Ptolomaetis 
geschaffen hat, eine Sache von der ich urtheile, dass dergleichen 
nicht vorher gewesen sei, wie M. Vitruvius im prooemiuni des 
siebenten Buches der Architektur berichtet. 
Auf das Gedeihen (wahrscheinlich der Künste, Anm. d. Ueb.) 
bedacht, gab man sich Mühe, sie zu vermehren, deshalb wurden
        

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