Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282161
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VON 
DEN FARBEN UND 
KÜNSTEN DER RÖMER. 
heisst, und mahle sie in einem Gefäss oder Becher mit 
Kümmel oder Pfeffer. Mische sie dann mit der obigen Flüs- 
sigkeit, lasse es wieder sieden und rühre es dabei beständig. 
Hebe es vom Feuer, fülle es in ein Bleigefäss und du kannst 
es bewahren so lange du willst. 
XLVII. Dasselbe auf andere Weise.  Item nimm die- 
selbe Flüssigkeit, wie du sie erst gemacht hast, und mische 
dazu ein wenig von dem Borax, den du vorher in der Muschel 
wohlgemahlen hast, dann nimm gepulvertes Kupfer im Gewichte 
von 12 Denarien, mahle es tüchtig, wie Pfeffer in der Muschel, 
mische es mit dem flüssigen Borax, dann mache es am Feuer 
sieden. Lasse es auskühlen, gib es in ein Kupfergefäss und hebe 
es auf, so lange es dauert. 
XLVIII. Auf welche Weise du Niello machst.  Wenn du 
Niello machen willst, so nimm Quecksilber, Kupfer und Blei, 
in gleichem Masse, gib es in eine Muschel, dass es zusammen 
koche. Nimm dann Schwefel im Gewicht von sechs Denarien, 
damit mische es und rühre es. Entferne es dann vom Feuer, 
lasse es auskühlen, gib es in ein Gefäss. Dann nimm mit Wein 
temperirtes Atramentum, zeichne mit dem Atrament, was du 
willst, am Silber, setze sogleich das Pulver aus dem Queck- 
silber, Kupfer und Blei darauf und es wird, sobald es ge- 
schmolzen ist, schönes Niello sein. 
XLIX. Wie man auf dem Glase malt.  Es ist zu be- 
richten, wie du auf Glas malen musst. Nimm ein grossinum 
Saphir und dann Erzschaum, welcher vom heissen Eisen am 
Schmiedeambos geschlagen wird; nimm davon ein Dritttheil 
mit dem grossinum und Bleiglas, Judeum nämlich, vermische 
es, reibe es gut auf dem Marmor; so kannst du damit malen. 
L. Von verschiedenen Gattungen der Haupt- undZiuischen- 
farben, von ihren Namen und der mannigfachen Nutgbarkeit 
ihrer Mischungen, 1101-1 den Orten, an denen man sie findet, wo 
sie entstehen oder vorhanden sind und der Erkennung ihrer 
Tauglichkeit.  Die einen Farben sind weiss, andere schwarz, 
andere Zwischenfarben. Das Weiss hat etliche Gattungen, Blei- 
weiss, Kalk, Alaun. Schwarz aber ist dunkles Schwarz (fuscus) 
oder jenes, das aus Zweigen gewonnen wird. Die mittleren 
sind roth, grün, safranfarb (gelb), purpurn, prasinus, azur und
        

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