Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282121
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VON DEN FARBEN UND KÜNSTEN DER 
RÖMER. 
XXXIX. Die Art, Grün aus Kupfer oder Erq {u bereiten. 
 Fülle ein Becken mit weissem Weinessig und wirf darein, 
was du an Kupfer zur Hand hast, und lasse es so ein bis 
zwei oder drei Monate stehen. Du Wirst dann ein sehr gutes 
Grün vorfinden. 
XL. Wie Auripigment {um Gebrauche hergerichtet wird 
 Zerbröckle das Atlripigment in einem Lederfleck, mahle es 
dann auf dem Marmorsteine mit Wasser, gib etwas gebrannte 
Knochen hinzu und lasse es trocken werden. Um es dann auf 
Holz oder an der Wand anzuwenden, gib ihm eine Eitempera, 
für Papier aber behandle es wie Bleiweiss. Ist es nicht gut, so 
mische Ocker hinzu, dann taugt es. 
XLI. Wie man Gold aufseqt.  Nimm Ocker und mische 
ihn mit Wasser, dann lasse ihn trocknen. Indessen mache einen 
Leim von Kalbs-Pergament. Nimm die Klare vom Ei. Dann ver- 
mische Leim und Kläre und mahle den gut ausgetrockneten 
Ocker tüchtig auf dem Marmor und setze, wo du willst, auf 
Pergament den Ocker gleich wie er gemahlen ist, auf, indem 
du mit dem Pinsel auf dem Pergament vorzeichnest und dann 
allsogleich dorthin das Gold legst. Und lasse es ohne mit dem 
Glättstein zu drücken, trocken werden. Ist es dann trocken, 
so mache es mit Zahne glänzend. Wisse, dass ich dieses durch 
viele Erfahrung gelernt habe, oftmals erprobte, und dass du 
das Gesagte mit gutem Glauben für wahr halten kannst. 
XLII. Wie man das Gold auf Perganzent anbringt.  
Nimm Gyps und Apulisch Weiss und Carmin, d. h. Zinnober, 
ein Drittel vom Gyps, vom Weiss und Carmin zwei gleiche 
Theile, vermische sie und mahle sie auf dem Marmor. Gib 
dazu ein wenig Leim, der aber dünn sein muss; mit dieser 
Tempera kannst du Gold aufsetzen, wo dir beliebt und dem- 
selben lange Dauer verleihen. 
XLIII. Wie mit Gold geschrieben wird.  Nimm dir ein 
gläsernes Gefäss und fülle es mit deinem Urin; derselbe möge 
stehen, bis er klar wurde. Dann nimm die Kläre eines Eies,
        

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