Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282107
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ARBEN UND KÜNSTEN DER RÖMER. 
VON DEN F 
Platz und lasse ihn so einen Monat. Oeffne dann den Topf und 
bringe das, was du rings an den Bleiplatten findest, in ein 
anderes Gefäss, setze es ans Feuer und rühre die Farbe in 
einemfort, bis sie Weiss wie Schnee wird; entferne es nun vom 
Feuer, nimm, wie viel dir beliebt von der Farbe; und man 
heisst sie cerusa. Den Rest stelle wieder ans Feuer und setze 
das Umrühren fort, bis eine miniumrothe Färbung zum Vor- 
schein kommt. Jch ermahne dich deshalb zu rühren, weil sie, 
falls du nicht rührtest, wieder zu Bleiweiss würde. Dann nimm 
sie vom Feuer und lasse das Gefäss erkalten. 
XXXVII. Wie Grünerde bereitet wird.  Nimm Malven, 
gib ihnen eine Tempera mit Essig oder bestem Wein und mache 
die Tempera des Grüns mit diesem Saft, es wird eine gute 
Farbe für Wandmalerei sein. 
XXXVIII. Wie man eine grüne Farbe mit Sa]; bereitet.  
lch habe oftmals von einer grünen Farbe gesprochen und wie 
man sie herzustellen pflegt; jetzt aber Will ich mittheilen, auf 
welche Weise ich selber sie bereite. Ich nehme ein Stück Eichen- 
holz von beliebiger Breite und Länge, und höhle dasselbe wie 
einen Schrein aus; dann nehme ich Kupfer, schneide es in 
Streifen, so lang als ich sie will, d. h. nämlich von der Länge, 
dass sie die Breite des ausgehöhlten Holzes damit füllen. 
Hierauf nehme ich eine Schale mit Salz, drücke es tüchtig 
zusammen, gebe es eine Nacht ans Feuer, häufe Kohlen darüber 
und mahle es Tags darauf fleissig auf dem Steine, welcher 
trocken ist. Dann nehmeich dünne Ruthen, stecke sie in jenem Holze 
ein, doch so, dass zwei Drittel des Raumes unter den Rüthchen, 
ein Drittel darüber sei, dann bestreiche ich die Kupferstreifen 
beiderseits mit Honig und streue allerorts über denselben Salz, 
klopfe die Streifen an einer Schale ab, damit nichts verloren gehe, 
und lege sie über diese Ruthen. Nun verschliesse ich das hohle 
Holz mit einem anderen, das darauf passt, und streiche ringsum 
Thon, der mit Eselsmist gut gemengt wurde. Ehe ich das hohle 
Holz aber bedecke, fülle ich warmen Essig oder Warmen Urin 
hinein, so dass es ein Drittel voll wird und schliesse sogleich. 
Des weiteren verfahre ich, wie oben von dieser Farbe ge- 
schrieben steht.
        

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