Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282041
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VON 
FARBEN UND 
KÜNSTEN 
DER RÖMER. 
mahlen wurde, überall, wo du malen willst, sehr dünn mit einem 
Pinsel von Eselshaar aufträgst; sodann lasse es an der Sonne gut 
trocknen. Dann aber, wenn die Farbe trocken wurde, trage siewieder 
auf, wie du vorher gethan, und noch dicker; doch nicht so sehr, 
dass du die Farbe allzu reichlich aufsetzest, vielmehr nur, indem 
weniger Oel dazu kommt, denn man muss hiebei auch sehr ver- 
meiden, dass zu fette Farbe angebracht werde; thätest du also 
und nähmest allzuviel davon, so werden Runzeln darauf sein, 
sobald es zu trocknen anfängt.  Nun aber, damit ich mit einem 
Alles, was noch erübrigt sage, so bitte ich dich, gestatte mir 
zurückzukehren zu dem, wo ich von dem noch nackten Holze 
sprach (wenn du es mit Leder oder Leinwand bedecken 
wolltest). Sollte das Holz, welches du bemalen willst, nicht 
eben sein, so bespanne es mit Pferdehaut oder Pergament. 
XXV. Wie man eine Säule {um Bemalen herrichtet.  
Wenn du eine Säule oder einen Streifen (Pilaster) von Stein 
bemalen willst, so lasse sie vor Allem an der Sonne oder am 
Feuer trocknen. Dann nimm Weiss (Bleiweiss) und reibe es 
mit Oel nett auf dem Marmor. Sodann überstreiche die bereits 
von allen Lücken befreite und geglättete Säule zwei-, dreimal 
mit jenem Weiss mittelst eines breiten Pinsels. Dann reibe 
ganz dickes Weiss mit der Hand oder mit einer Bürste darauf 
ein und lasse es ein wenig ruhen. Sobald es ein Wenig trocken 
ist, streiche das Weiss kräftig mit der Hand, wodurch du es 
ebnest. Damit verfahre so lange, bis es glatt wie Glas ist; dann 
aber kannst du mit allen ölgemengten Farben darauf malen. 
Falls du es aber marmoriren wolltest, auf einem Farbengrunde, 
braun oder schwarz, oder sonst welcher Farbe, so kannst du 
es nach dem Trocknen marmoriren. Hierauf firnisse es an 
der Sonne. 
XXVI. Wenn du Leinwand bemalen und Gold darauf an- 
bringen willst, so richte sie also her.  Nimm Pergarnent oder 
Abschnitzel davon, gib sie in einen Topf mit Wasser, stelle ihn 
ans Feuer, lasse es sieclen, wie oben beschrieben steht, tauche 
die Leinwand hinein, ziehe sie allsogleich heraus, breite sie auf 
der Tafel voll von dem Wasser aus, lasse sie so trocknen und
        

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