Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281862
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VON 
DEN FARBEN UND 
KÜ NISTEN 
DER 
1261x1512. 
Admovitrius und lieferte nach abermaligem Brennen reines, 
weisses Glas. Zur Gattung des Glases wird auch der Obsidian- 
stein gerechnet. Zuweilen ist derselbe grün, zuweilen schwarz, 
öfters auch durchsichtig bei mehr Körperhaftigkeit und als 
Spiegel an den Wänden zeigt er Schatten statt Bildern. Viele 
machen Gemmen aus ihm. Es heisst, dass dieser Stein auch in 
Indien, in Italien und am Ocean in Spanien gefunden werde. 
VI. Wie einer auf Befehl des Kaisers enthauptet wurde, 
Weil er die Kunst, Glas biegsam {u machen, erfunden lzatte.  
Es wird erzählt, dass unter Kaiser Tiberius irgend ein 
Künstler eine Glasmischung ersonnen habe, welche biegsam und 
hämmerbar war. Als er vor den Kaiser gelassen worden, zeigte 
er demselben die Schale, der aber schleuderte sie ergrimmt auf 
den Estrich, wo sie sich wie ein Erzgefäss zusammenbog. Der 
Künstler jedoch hob sie vom Pflaster auf, holte sein Hämmer- 
chen aus dem Busen hervor und besserte die Schale wieder 
aus. Als dies geschehen war, fragte der Kaiser den Künstler, 
ob noch ein Anderer die Bereitung dieser Gläser verstehe? Und 
als jener mit einem iEide versicherte, dass es Niemand wisse, 
so befahl der Kaiser, ihm das Haupt abzuschlagen, damit nicht 
durch das Allgemeinwerden dieser Kenntniss Gold und Silber 
für Koth erachtet und der Werth aller Metalle verringert werde. 
Und in der That müssten Glasgefässe, welche nicht zerbrechen 
könnten, etwas Köstlicheres sein als Gold und Silber. 
VII. Wie ljweisses, sowie auch verschiedenfärbiges] Glas 
bereitet wird.  Glas wird aus Asche gemacht, nämlich aus 
jener des Farrenkrautes und von Faina, d. h. von den kleinen 
Bäumchen, welche in den Wäldern sind oder Wachsen. Das 
Farrenkraut aber wird vor dem Fest St. Johanns des Täufers 
geholt, sehr wohl getrocknet und dann ans Feuer gebracht und 
zu Asche verwandelt. Ebenso wird auch die Asche von Faina 
im Feuer gewonnen. Nimm also 2 Theile von dem Farrenkraut 
und den 3. von Faina und mische es zusammen. Dann baue 
einen Ofen, wozu du die Steine mit Thon verkittet hast, der 
mit Viehmist gemengt wurde. Das Fundament desselben mache 
eine halbe Ellbogenlänge hoch und ganz flach, die innere Ver- 
tiefung des Ofens lasse ohne Baumaterial, d. h. mache nichts 
in der Mitte des Ofens, weil daselbst beim Arbeiten stets das
        

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