Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281848
VON 
UND KÜNSTEN DER RÖMER. 
DEN FARBEN 
den Blick (visui) vermöge seiner Durchsichtigkeit transparent 
ist. Bei den andern Metallen nämlich bleibt das, was im Innern 
sich befindet, verborgen; beim Glase aber zeigt sich aussen 
jegliche Flüssigkeit und jedes Ding, wie es innen ist, und 
offenbart sich so obwohl es eingeschlossen ist. Der Ursprung 
davon War folgender: in dem Theile von Syrien, welcher 
Phönicien genannt wird, nachbarlich an Judaea, um den Fuss 
des Berges Carmel, ist ein Sumpf, aus dem der Fluss Belus 
herkommt, welcher 5000 Schritte fliessend, sich in das Meer 
bei Tholomaida (Ptolomaeis) ergiesst. Der Sand desselben wird 
durch die dahinrollenden Fluten von allem Unreinen gesäubert. 
Hier, geht die Sage, wurde ein Schiff von Salpeterhändlern an 
die Küste geworfen; als diese am Gestade verstreut ihre Mahl- 
zeit bereiteten und keine Steine zur Hand waren, um die 
Geschirre darauf zu stellen, so legten sie Stücke und Schollen 
des Salpeters unter. Als diese zu glühen begannen und sich 
mit dem Ufersande vermengten, da sei eine neuartige durch- 
sichtige Flüssigkeit, das Glas nämlich, hinweggeHossen und das 
sei der Ursprung des Glases. 
Bald aber, da die geistvolle Geschicklichkeit der Menschen 
mit dem blossen Glase nicht zufrieden gewesen, sondern diese 
Kunst auch mit anderen Mischungen zu vervollkommnen trachtete, 
wird es mit leichtem und dürrem l-lolze gebrannt, mit einem 
Zusatze von Kupfer und Salpeter in beständigen Oefen wie Erz 
geschmolzen und in Massen geformt. Aus den Massen wird es 
dann wieder in den Werkstätten gegossen und eines durch 
Blasen geformt, ein anderes mit dem Dreheisen gedrechselt, ein 
drittes wie das Silber ciselirt. Auch färbt man es auf vielerlei 
Weise, so dass es Hyacinthe und grüne Saphire nachahmt, 
Onyxe und Gemmen von andern Farben. Und es gibt für 
Spiegel keinen passenderen Stoff oder der zu Malereien tauglicher 
wäre. Aufs Beste dient dazu weisses Glas, und zwar das, welches 
dem Krystalle am nächsten kommt, wodurch es auch Gold und 
Silber als Trinkgeräth verdrängt hat. Ehemals wurde Glas in 
Italien, Gallien und Spanien gemacht. Man mahlte den weichsten 
weissen Sand mit Stössel und Mühle„dann kamen 3 Theile Salpe- 
ter (nach Gewicht oder Mass) hinzu und nach dem Schmelzen 
wurde das Ganze in andere Oefen Lihertralgen. Diese Masse hiess
        

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