Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281475
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habe, bekannt sein können, so dass er dann vielleicht dem 
anonymen Buche den Namen verliehen hätte, der ihm nebstbei 
bekannt war  wenn in der That eine solche sichere Ueber- 
lieferung bestand; andrerseits jedoch erlaubt eben diese That- 
sache, dass erst der Abschreiber den Titel hinschrieb, die 
Annahme, dass der Tractat vielleicht eine Bezeichnung seiner 
Urheberschaft niemals besessen habe (denn wesshalb copirte 
sonst keiner der Abschreiber den echten vom Autor herrühren- 
den Titel?) und dass erst ein Copist einen Titel und in demselben 
eine Angabe des Autors erfand, wenn irgend ein historischer oder 
sagenhafter Anlass vorhanden gewesen sein sollte, welcher ihre 
Benennung den Zeitgenossen annehmbar zu machen geeignet war. 
Denn warum sollen wir dieser Ueberschrift glauben? 
Heraclius, wenn er je gelebt und geschrieben hat, kann diesen 
Titel niemals so, wie wir ihn nun hinnehmen sollen, verfasst 
haben. Er, der im Texte gerne in der ersten Person von sich 
redet, spräche hier wie von einem Andern von sich selber, mit 
Complimenten, die ihn lächerlich machen müssten und der 
bescheidenen Weise jener Autoren gänzlich fremd sind. Wenn 
er also der Autor gewesen und einen Titel verfasste, so muss 
dieser anders gelautet haben. Dann aber: warum ist eben der 
Titel das Einzige, das die Copisten nicht wörtlich genau auf- 
genommen, sondern umgeändert hätten? Die Tractatetitel sind 
damals sehr selten nur in den Abschriften verändert, panegyrisch 
erweitert worden und eben jene, bei denen die Verfasser bekannt 
sind, blieben auch in den Ueberschriften durch die Abschreiber 
stets ganz unverändert, wie sie waren und wie sich ihre Ver- 
fasser selbst eingeführt hatten, so erscheinen sie da: die Schedula 
des Theophilus, das Buch von der Kunst des Cennino, und so 
von Vitruv angefangen bis zu den Schriftstellern der Renaissance, 
Lionardo und Filarete und Alberti. Dass die Ueberschrift das 
Gepräge einer fremden spätem Zuthat hat, macht also glaublich, 
dass ursprünglich das Original ohne eigene Angabe des Urhebers
        

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