Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281404
VIII 
Merrifield bringt auch eine Hypothese über die Heimat 
und Lebenszeit des Autors, welche wir, gleichwie oben Raspe's 
Ansicht, mittheilen, um dann die eigene entwickeln zu können. 
Heraclius soll ein Italiener gewesen sein, gebürtig im 
Longobardischen Herzogthum von Benevent, wo unter Byzan- 
tinern und Sarazenen in den rohen Zeiten des  Jahrh. 
sich eine gewisse Cultur forterhielt. Sismondi, aus dem die 
Verf. hier citirt, rühmt unter Anderem auch das schöne Latein 
der Geschichtschreiber jener Gegend, welches gegen die gleich- 
zeitige Barbarei der Sprache an den übrigen Orten erfreulich ab- 
sticht. Merrifield muss nun gestehen, dass des "Heraclius" Latein 
diesen Lobspruch allerdings durchaus nicht verdiene, weist 
auf die Inschriften an Kunstwerken des 12. und 13. Jahrh. hin 
und schliesst dann sehr oberflächlich damit, dass die ersten zwei 
Bücher während der Herrschaft dieses Gebrauches, der Ver- 
zierung der Kunstwerke mit Hexametern, entstanden sei; ihre 
letzten Worte in der Einleitung (pag. 180) zeigen übrigens 
genugsarn, dass sie diese Haue Phrase selber nicht befriedigt habe. 
So wollen wir es neuerdings versuchen, Zeit und Vaterland des 
Autors  
an einen 
 wir denken nur an einen 
Heraclius  festzustellen. 
solchen 
überhaupt, 
nicht 
Der Verfasser hat in Rom gelebt. Er nennt Roms Volk 
und gedenkt mit wehrnüthiger Liebe dessen geschwundener 
Grösse, ganz in dem Geiste, der gerade die Jahrhunderte des 
traurigsten Verfalls, die ordnungs- und friedelosen Zeiten 
charakterisirt, in denen die Stadt eine grosse Ruine, das Schlacht- 
feld für die übermüthigen Grossen, der wildesten Anarchie war, 
in dem Geiste, Welcher auch noch die folgenden Wirren der 
Päpste, die Zeit, als sie Avignon bewohnten und selbst die 
Ereignisse unter Rienzi durchdrungen zeigt. Es ist jenes immer 
mehr unverstandene, dunkle und mechanische Phrasenmachen 
in der Gegenwart elenden Volkes, 
und Kaisern, Herrlichkeit und 
über die einstige Grösse eines 
ein Umherwerfen mit Senat
        

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