Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283179
ÜBER DIE ÖLMALEREI. 
185 
Behandlung der alten Bindemittel und Farben, nicht Erfinder 
von neuartigen". Dieser Ansicht ist eine Anzahlsehr gewichtiger 
Stimmen beigetreten. Hier nur Einiges wieder. Waagen (a. a. 
O. p. 124 f.) und Rumohr (Kunstbl. 1821. Nr. 45) betrachten 
die Neuerung in diesem Lichte; nach Cenninds Bericht waren 
Oelfarben in Deutschland wohl bekannt, aber erst durch eine 
vollkommenere Anwendung konnte die Tempera aus dem Felde 
geschlagen werden. In verwandtem Sinne denken Raspe (a. a. 
O. p.  Em. David und Bernhard (bibl. de Chartes, loc. 
cit.), Morelli (notizio d'opere etc. p. 113. n. 28.) und Lanzi 
(Scuola Fior. ep. I. Scuola Neap. I. Scuola Venez. ep. I.) 
spricht immer nur von perfetto metodo. Längst in Italien 
geübt, von dem flandrischen Künstler verbessert und in die- 
ser Form daselbst erneut durch Antonello, ist die Technik 
nach Marchese (I. c. p. 326.). Eastlake (I. p. 200) steht für 
Vasari insoweit ein, als dieser trotz vieler Beiträge, unter denen 
gewiss auch Berichtigungen gewesen wären, nachdem die erste 
Ausgabe veröffentlicht war, auch in der folgenden an der „Er- 
Findung" van Eyck's festhält. Man sei im Süden gerne zur 
neuen Weise übergegangen, sobald deren Vervollkommnung die 
Tempera wirklich entbehrlich gemacht habe, in dieser Freude 
aber machte man denVerbesserer schnell zum Erfinder (ib.p. 183.). 
Ferner wurde speciell als van Eyck's Verdienst hervorge- 
hoben, dass er die Farben pastos aufzusetzen verstand, nicht mehr 
in Schichten und ohne auf das Trocknen des Oeles warten zu 
müssenf Darin stecke das Wunder mehr als in Geheimrecepten 
von neuen Firnissen und Leimen. (Harzen, Kunstbl. 1851. 
Nr. 19.) So lange man nicht vom Verreiben der Farben mit 
Trocknenöl redet und bloss von der Mischung mit demselben, 
welch' letztere Manipulation für Deckfarben aber nicht zum 
Impasto taugt, darf von Oelmalerei im modernen Sinne nicht 
gesprochen werden. (Selvatico, Ia pittura ad olio etc. in: Nuova 
antologia di scienze, littere ed arte, 1870. p. 507.) In einem 
anderen Aufsatze (Storia estetico-critica delli arti del disegno, 
Venezia 1856.) bezeichnet dieser Gelehrte den wahren Inhalt 
der Erfindung als darin bestehend, dass den mit Oel gemahlenen 
Farben noch ein Zusatz von Käse- oder Hautleim beigegeben 
wurde, um sie fester zu machen.
        

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