Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283127
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EXC URS 
.Wozu, fragen wir da, brauchte der Wissbegierige die 
Schleichwege? Wenn die Schüler alle bereits eingeweiht waren, 
wenn, wie Vasari hinzusetzt, auf diese Weise in Flandern die 
Sache bekannt gewesen, an dessen Schlagbäumen sonderbarer- 
weise der Kunde der Weitere Weg verlegt sein sollte, wesshalb 
ging nicht Antonello geradewegs zu Christophsen und Memling 
oder ohne alle Umschweife zu van Eyck selber mit directer 
Frage? Wer einmal lügt, muss das nächstemal ärger lügen. 
War es schon seltsam zu behaupten, dass die neue Manier 
trotz des allgemeinen Interesses die flandrischen Grenzen nicht 
zu überschreiten wagte, so folgt darauf der klare Widerspruch, 
dass der Erfinder sie einmal schon mitgetheilt hat und gleich 
darauf dem Antonello wieder mit seinem "Geheimnisse" gegen- 
übersteht. 
 Jene, Welche dem Messinesen die Ehre der Erfindung 
selber, nicht bloss die Uebertragung der Eycldschen Manier 
nach Italien, zuerkennen, also Pietro Zani, Sansovino, Costanzo, 
P. .Amico und Andere stützen sich auf den Wortlaut der Grab- 
schrift bei Vasari, welche ihn den ersten nennt, der in Italien 
coloribus oleo miscendis splendorem et perpetuitatem picturae 
contulit, während van Eyck's Epitaph nichts von Verdiensten 
in der Oeltechnik melde. Abgesehen aber von der Verdächtig- 
keit dieses Documents, das man nirgends mehr in Venedig 
finden konnte, bedeutet contulit stets nur das Verpflanzen der 
Kunst auf den heimischen Boden, nie ein Neuerfinden. (Vergl. 
Marchese, IV. p. 309 ff.) So hätten Antonellds Studien in 
Flandern darin bestanden, dass er erlernte, die längst auch bei 
den Italienern üblichen Oelfarben in besserer Behandlung anzu- 
wenden. Waagen (über H. und J. van Eyck, p. 125) erblickt 
diesen Sinn in den Worten Massimo Stanzionds: "Antonello 
habe bei van Eyck erfahren, come bene si dipingeva ad olio, 
während vorher mangelhaft gemalt wurde 1). Der Anonymus 
des Morelli sah 1529 ein Gemälde altniederländischen Ursprungs, 
welches für Antonellds Arbeit galt; man verwechselte also 
damals schon seine und seines Lehrers Werke, gleichwohl ist 
1) Gerade so sagt 
colorire bene ad olio. 
Vasari , 
dass 
man 
der 
Zeit 
Peruginds 
anfing,
        

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