Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283104
EXCURS 
Es folgt Fried. Reimmann, welcher in seiner Literär-Historie der 
Deutschen t7o9, II. 287, bemerkt, er habe einige Zweifel in 
Betreff der allgemeinen Annahme von dieser Erfindung, leider 
ohne genauere Darlegung derselben. Ferner ein Hauptwider- 
sacher Vasari's, Raspe, im genannten Essay, wo als Grund 
gegen dessen Behauptungen angegeben wird, dass Jan's Epitaph 
von der Sache schweige, während Antonello, dem im besten 
Falle nur Uebertragung der Technik zuzugestehen ist, in 
seinem Epitaph deshalb gepriesen werde. Jan könne nimmer- 
mehr gesehen haben, dass Nussöl besser trockne, gerade das 
Gegentheil ist der Fall. Man begreift nicht, wesshalb der „feine 
Kopf" nicht einfach auf die Oeltechnik der früheren Zeiten, 
des Heraclius, Theophiltls {in seinen Studien gekommen sei 
und vom Tempera den dann unwahrscheinlichen Sprung 
gemacht habe. Das Holz jener Tafel konnte nicht in der kleinen 
Frist, während es an der Sonne stand, Sprünge bekommen, 
ferner hatte an diesem Unglück (wogegen es übrigens uralte 
und einem van Eyck sicher bekannte Vorkehrungen gab) 
durchaus die Tempera keine Schuld, es würde durch Oel- 
technik ebensowenig verhindert worden sein. 
So sehr die Zeugnisse und einzelnen Meinungen von Ge- 
wicht gegen Vasari sprechen, insoferne er den oder die van 
Eyck plötzlich eine ganz neue Entdeckung durch Anwendung. 
dieses Bindemittels machen lässt, ebenso stimmt Manches 
überein, um darzuthun, dass in diesen Tagen die altbestandene 
nordische Oelmalerei überhaupt sich bedeutendere Geltung, 
besonders im Süden verschaffte, Colantonio de Fiore hat zu 
Neapel in Oel gemalt; Eugenio (Napoli sacra 111) rühmt seinen 
heiligen Franz und Hieronymus in der Gapelle der Rocco und 
nennt ihn den ersten Oelmaler der Stadt. Das Bild in Amalfi, 
gleichfalls in dieser Technik, stammt von 1436. (C. Cellano, 
bello e curioso di Napoli etc. 1692.) Gegen mehrere der er- 
haltenen Arbeiten ist nun allerdings Einsprache erhoben worden 
(Kugler im Museum 1835. Nr. 43  um so sicherer steht 
das Zeugniss Summonzids in seinem Schreiben an Marc- 
antonio Micheli in Venedig, 1524: „Colantonio's Beschäftigung 
bestand in flandrischer Arbeit und in dem Coloriren nach der 
Art jenes Landes. Dem gab er sich dermassen hin, dass er
        

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