Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283093
ÜBER m12 ÖLMALEREI. 
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danken, stellte in dieser Arbeit auch eigene Recepte zusammen, 
darunter gleichfalls Vorschriften von Oelmischung; obwohl 
aber 1431 die Compilation vollendet wurde, enthält sie keine 
Andeutung der E_vck'schen Erfindungen, obwohl nach Paris 
sicherlich aus dem nahen Flandern Kunde von dem angeblichen 
grossen Aufsehen, Welches das Ereigniss machte, gedrungen 
sein muss. 1456 c. dann schreibt Facius de viris illustribus, 
von Johann: „Multa de colorum proprietatibus invenisse, quae 
ab antiquis tradita, ex Plinii, ab aliorum auctorum lectione 
didicerat". Von den Alten wird er nun Oelmalerei am wenigsten 
gelernt haben, die sie selber nicht kannten, merkwürdig aber 
ist die Stelle dafür, wie man bald so, bald anders, der 
Humanist aus seinem Alles enthaltenden Alterthum, der Maler 
Vasari aus derjenigen Sache, die eben seiner Fertigkeit zur 
Basis diente, kurz jeder nach eigenen Elementen jenes Eigen- 
thümliche, Auffallende zu erklären suchte, welches an Jan van 
Eyck's Werken allgemein bemerkt wurde. Wir bemerken dies 
für unser folgendes, eigenes Dafürhalten von der wahren Be- 
deutung des Künstlers. Jakob Meyer in Flandricarum rer., 
welcher (1533) von Brüggäschen Malern erzählt und ihre Be- 
rufung nach Dänemark und Norwegen hervorhebt, hat ebenfalls 
nichts von jenen Dingen. Der nächste Nacherzähler des Vasari, 
der Niederländer van Mander, bringt nicht nur nichts Neues 
über van Eyck, deren Heimat er so nahe stand, sondern sogar 
einen lrrthum mehr, eine Abweichung selbst von Vasari. Er 
spricht Alles nach von der Sonne, welche so viel Unheil an 
jener Tafel angerichtet haben soll, überdies aber muss Johann 
schon von dieser Wahrnehmung und somit vor der Erfindung 
der Oeltechnik schon "einen mit Oel bereiteten Firniss" ersonnen 
haben, wovon der Italiener nichts weiss. Man kann dies mit 
Lessing und Anderen als verunglückte Bereicherung des Originals, 
zum Zwecke, das Abschreiben zu verdecken, auslegen, viel- 
leicht liegt dieser Zuthat des van Mander auch zu Grunde, 
dass ihm wohl bekannt gewesen, wie viel schon vor van Eyck 
in Oel gearbeitet worden, und dass er, um Vasari nachzu- 
ahmen und nicht zu widerlegen, zugleich auch diese ältere 
Kunde in derselben Weise auf Johann als eine erste der eigent- 
lichen Oelmalereieründung vorausgegangene Erfindung übertrug. 
Quellenschriften f. Kunstgesch. IV. 12
        

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