Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283055
ÜBER DIE ÖLMALEREI. 
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wo die Lasuren durchaus in Oel hergestellt sind, oder jene des 
Serafino Seralini im Jahre 1385. 
Da Cennino sein libro dell' arte offenbar in Padua voll- 
endet hat, so fällt die Entstehung desselben frühestens in die 
letzten Jahre des I4. Jahrhunderts und es muss in der Reihe 
der übrigen Zeugnisse hier eingeschaltet werden. Wir sind den 
Spuren dieser Kunstrichtung .bis in die ältesten Tage nachge- 
folgt und suchten ihre Entwickelung und wechselnde Erschei- 
nung möglichst vollständig zusammenzustellen. 
Indem uns klar geworden, wie viel dem Künstler aus 
den vorausgegangenen Perioden etwa sich darbot, ferner aber, 
welche gleichzeitige Verbreitung in allen Theilen Europas schier 
von Neapel bis England die Praxis schon gefunden, so können 
wir vielleicht auf die Provenienz dieser seiner Kenntniss 
Schlüsse ziehen. Nach der Ansicht Rumohris wäre es die Oel- 
malerei der Griechen, wie Giunto sie empfangen, Cimabue bei- 
behalten und selbst Giotto geübt hätte, soweit er der älteren 
Manier noch treu blieb und jene Angabe Ghibertfs gilt. All' das 
wäre wahrscheinlich, wenn nicht das „rimuto l'arte del dipignere 
di greco in latino", dessen Sinn wir mit Rumohr darin sahen, 
dass eben dieser Giotto die Harzlöstlngen der Byzantiner mit 
dem klaren Bindemittel der Tempera vertauschte, stets sich 
entgegenstehen würde. Auch musste, was die Notiz bei Ghiberti 
betrifft, erst entschieden sein, ob nicht die Oeltechnik, die 
Giotto handhabte, ein Geschenk des Nordens, ihrer Heimat, 
gewesen. Cennino wenigstens, von dem wir bei seiner Abnei- 
gung wider alles nicht vom Lehrer stammende Studium an- 
nehmen können, dass er nur die Ueberlieferungen der Gatti 
und somit Giotto's mittheilt, bezeichnet sie direct als deutsche 
Art. (Dieselbe Ansicht bei Baldinucci, nur dass derselbe in dem 
Irrthum von Cenninds Haft, 1437, die Eycläsche Oelmalerei 
als diesen nordischen Einfluss im Sinne hat.) 
Abgesehen davon ist die Anwendung, welche er vom Oele 
macht, bedeutend von dem Vorgang der Griechen abweichend; 
die betreffenden Stellen müssen im Detail selber diesen Unter- 
schied deutlich machen. Seine rnordente z. B. sind nicht mehr 
klebrig, also Harze, wie sie die Hermeneia kennt, sondern aus 
Essicativöl bereitet (cap. 151). Was Cennino von der Sache
        

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